Mehrere 20- und 50-Euro-Geldscheine liegen aufeinander | dpa

Mehr Steuereinnahmen Weniger Minus im Staatshaushalt

Stand: 11.10.2022 10:28 Uhr

Die Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind im ersten Halbjahr gestiegen, die Ausgaben gesunken. Für den öffentlichen Gesamthaushalt heißt das: Das Defizit ist kleiner geworden, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.

Das Defizit des öffentlichen Gesamthaushalts ist im ersten Halbjahr 2022 gesunken. Während die Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden in den ersten sechs Monaten um 11,9 Prozent auf 841,4 Milliarden Euro stiegen, sanken die Ausgaben im selben Zeitraum leicht um ein Prozent auf 874,3 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Daraus ergibt sich ein Finanzierungsdefizit von 32,9 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2021 hatte das Defizit noch bei 131,1 Milliarden Euro gelegen.

Steigende Steuereinnahmen

"Vor allem die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben trugen zum Wachstum der öffentlichen Einnahmen bei", betonten die Statistiker. Das liege auch an der Inflation.

Die Steuereinnahmen stiegen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf insgesamt 744,2 Milliarden Euro. Die zu den steuerähnlichen Abgaben zählenden Beitragseinnahmen der Sozialversicherung stiegen ebenfalls um fünf Prozent auf 300,7 Milliarden Euro.

Bisherige Steuereinnahmen im Vergleich zu 2021
Steuereinnahmen
Januar - Juni 2022
Veränderung im
Vergleich zu 2021
Bund 186,9 Mrd. € + 21,2 %
Land 183,3 Mrd. € + 18,1 %
Kommunen 52,9 Mrd. € + 19,4 %

Besonders groß war der Zuwachs bei den Umsatzsteuern. Allein beim Bund erhöhten sich diese Einnahmen demnach um 30,4 Prozent auf 68,2 Milliarden Euro. Sie resultieren überwiegend aus den Umsätzen zwischen November 2021 bis April 2022, in denen die Wirtschaft deutlich aktiver war als in den vorangegangenen Pandemiemonaten, als zum Teil noch ein gesenkter Mehrwertsteuersatz galt.

Mehr Inflation, weniger Corona-Hilfen

Ein weiterer Teil des aktuellen Einnahmeplus lässt sich laut Statistikamt außerdem durch den außergewöhnlich hohen Preisauftrieb erklären. Mit der Inflation steigt etwa das Aufkommen aus der Mehrwertsteuer. Stark gewachsen sind auch die Einnahmen aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden machte sich vor allem der starke Zuwachs der Gewerbesteuereinnahmen bemerkbar. Auf der anderen Seite gingen die Ausgaben wegen auslaufender Corona-Maßnahmen zurück. So sanken die Zuweisungen, Zuschüsse und Corona-Unternehmenshilfen des Bundes um 3,2 Prozent auf 195,6 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Oktober 2022 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.