Geld in einem Korb | Bildquelle: dpa

Bilanz für 2019 Weniger Spender, weniger Geld

Stand: 03.03.2020 11:30 Uhr

Die Zahl der Spender für gemeinnützige Zwecke ist 2019 erstmals unter 20 Millionen gefallen. Auch die Summe der gespendeten Gelder sank im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem ältere Menschen bleiben aber großzügig.

Die Zahl der Spender in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf einen Tiefstand gesunken. Nur noch rund 19,5 Millionen Menschen gaben Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen, wie der Deutsche Spendenrat in Berlin mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit der ersten Erhebung der Zahlen vor 15 Jahren.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um etwa eine Million. Der Anteil der Spender an der Bevölkerung ging auf 29,1 Prozent zurück. Im vergangenen Jahr spendeten die Deutschen den Angaben zufolge rund 5,1 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 5,3 Milliarden Euro entsprach.

Spenderrat rechnet auch in Zukunft mit sinkenden Zahlen

"Der Trend der letzten Jahre, dass immer weniger Menschen spenden, zeigt sich immer dramatischer", sagte der Geschäftsführer des Spendenrats, Max Mälzer. Noch seien die Auswirkungen auf das Spendenaufkommen nicht so groß, doch in Zukunft sei auch dabei mit erheblich sinkenden Zahlen zu rechnen.

Die jährlichen Zahlen ermittelt das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Spendenrats. Demnach lag das Spendenvolumen zuletzt 2015 auf einem Rekordhoch von 5,5 Milliarden Euro.

Die durchschnittliche Höhe der Spenden fiel im Jahresvergleich von 38 auf 37 Euro. Die über 70-Jährigen sorgten nach wie vor für das Gros der Spenden: Ihr Anteil am gesamten Aufkommen stieg von 37,4 auf 40,8 Prozent. Fast jeder Zweite in dieser Altersgruppe spendete im vergangenen Jahr. Abgesehen von den über 70-Jährigen sowie den 40- bis 49-Jährigen sank der Anteil der Spender laut Erhebung in allen anderen Altersgruppen.

Umwelt- und Naturschutz mit Zuwachs

Rund drei Viertel des gesamten Spendenaufkommens flossen in humanitäre Hilfe, ihr Anteil stieg sogar noch leicht an. Im Plus standen dabei Not- und Katastrophenhilfe sowie die Hilfe für Krankheit und Behinderung. Langfristig angelegte Entwicklungszusammenarbeit musste hingegen Spendenrückgänge hinnehmen. Außerhalb der humanitären Hilfe konnte sich nur der Umwelt- und Naturschutz über einen kleinen Zuwachs freuen.

Andere Bereiche wie Kultur- und Denkmalpflege, Sport und Tierschutz verloren dagegen. Bei den beiden großen Kirchen und ihre Hilfswerken zeigte sich ein geteiltes Bild: Während evangelische Organisationen ihren Anteil am Gesamtmarkt leicht um 0,4 Prozentpunkte steigern konnten, fiel der Anteil katholischer Organisationen um zwei Prozentpunkte. Die GfK analysiert für den Spendenrat jährlich eine repräsentative Dauerumfrage unter 10.000 Teilnehmern ab zehn Jahren. Die Marktforscher werten nur die Angaben von Privatpersonen aus. Erbschaften, Unternehmensspenden und Großspenden ab 2500 Euro rechnen sie nicht mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2020 um 12:00 Uhr.

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