Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken hält ein Rede auf dem Landesparteitag in Baden-Württemberg. | dpa

SPD-Parteivorsitz Esken offen für Zusammenarbeit mit Klingbeil

Stand: 08.11.2021 08:32 Uhr

Die SPD will heute Klarheit über ihre künftige Parteispitze schaffen. Als wahrscheinlicher Nachfolger für den scheidenden Co-Vorsitzenden Walter-Borjans gilt Generalsekretär Klingbeil. Parteichefin Esken kann sich eine Doppelspitze mit ihm "sehr gut vorstellen".

Die amtierende SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken kann sich sehr gut vorstellen, künftig mit Lars Klingbeil eine Doppelspitze zu bilden. Sie arbeite mit dem SPD-Generalsekretär seit vielen Jahren eng zusammen, sagte Esken im ARD-Morgenmagazin. Der 43-Jährige sei ein "Architekt der Erneuerung der SPD" und sie schätze ihn persönlich sehr. "Insofern ist das eine Konstellation, die ich mir sehr gut vorstellen kann." Klingbeil hatte als Wahlkampfmanager entscheidenden Anteil am SPD-Sieg bei der Bundestagswahl.

Die SPD-Führung will heute Klarheit über ihre künftige Parteispitze schaffen. Die amtierenden Vorsitzenden Esken und Norbert Walter-Borjans möchten dem Vorstand am Vormittag einen Vorschlag unterbreiten. Der 69-jährige Walter-Borjans hat bereits seinen Rückzug angekündigt, die 60-jährige Esken will dagegen erneut antreten.

Natürlich wäre es auch spannend, als Ministerin in einer "Zukunftskoalition" mitzuwirken, sagte Esken zu ihrer Entscheidung, sich wieder um den Parteivorsitz zu bewerben. Aber sie habe in den vergangenen beiden Jahren auch als Parteivorsitzende "Wirksamkeit gezeigt".

Mitgliederbefragung macht "keinen Sinn"

Gewählt werden soll die SPD-Führung auf einem Parteitag vom 10. bis 12. Dezember. Eine Mitgliederbefragung zur Wahl des neuen Co-Vorsitzenden hält Esken nicht für notwendig. Da Klingbeil derzeit der einzige Anwärter sei, mache eine Abstimmung "keinen Sinn".

Walter-Borjans hatte bei seiner Rückzugsankündigung erklärt, dass nun Jüngere ans Ruder sollten. Als aussichtsreichster Kandidat für Walter-Borjans Nachfolge gilt Klingbeil, der seine Bewerbung aber bisher nicht öffentlich erklärt hat. "Es ehrt mich sehr, dass mein Name für die Aufgabe des SPD-Vorsitzenden genannt wird", sagte Klingbeil dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Expliziter wurde er nicht. "Der Vorsitz ist ein sehr wichtiges, traditionsträchtiges und reizvolles Amt, in dem man viel bewegen kann."

Manuela Schwesig übrigens, die sich viele SPD-Mitglieder ebenfalls als Vorsitzende vorstellen konnten, hat dankend abgelehnt. Sie habe keine Interesse, unterstütze lieber das Duo Esken und Klingbeil.

Mit Informationen von Georg Schwarte, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. November 2021 um 09:00 Uhr.