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Laschet, Merz und Söder Die drei von der Zankstelle

Stand: 29.04.2021 01:14 Uhr

Aus dem Gegen- soll ein Miteinander werden: Die Union bemüht sich nach den internen Machtkämpfen und Personalrangeleien der vergangenen Wochen und Monaten um Geschlossenheit.

Von Franka Welz, ARD-Hauptstadtstudio

Teambildung ist ein mühsamer Prozess, aber das ficht CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet nicht an. "Wir werden den Wahlkampf zusammen begehen", sagte Laschet am Montag nach einem Wochenende voller Münchener Sticheleien über CSU-Chef Markus Söder. Das zähe Ringen um die Kanzlerkandidatur zwischen CDU und CSU? Geschenkt.

Franka Welz ARD-Hauptstadtstudio

"Man kann auch aus Wettbewerb am Ende so zusammenkommen, dass ein neues Team entsteht", hatte Laschet schon mit Blick auf den Wettbewerb um den CDU-Vorsitz gesagt, bei dem er sich knapp gegen Friedrich Merz durchgesetzt hatte. Merz fremdelte zunächst mit der Einbindung in Team Laschet, unterstützte Laschet dann aber ohne Wenn und Aber, als es um die Kanzlerkandidatur der Union ging.

Laschet lässt Worten Taten folgen

"Das ist jedenfalls mein Verständnis von Zusammenarbeit und Zusammenhalt in einer Partei", erklärte Merz, als er sich vor eineinhalb Wochen erfolgreich im Hochsauerlandkreis um die Direktkandidatur für den Deutschen Bundestag bewarb. Und Laschet zeigte sich erkenntlich; ließ seinen Worten von vor einigen Tagen - "natürlich schätze ich Friedrich Merz. Ich habe ihn in mehrere Funktionen in unserer Landesregierung geholt, und er wird mit in einer starken Aufstellung für die Bundestagswahl sein" - Taten folgen.

Merz soll fest in den Mannschaftskader, sprich, ins Wahlkampfteam der Union. Laschet braucht Merz im Wahlkampf, und er wird auch Markus Söder brauchen, auch um Teile der eigenen Parteimitglieder zu motivieren, die lieber einen anderen Parteivorsitzenden oder wenigstens einen anderen Kanzlerkandidaten gehabt hätten und ohne die es im Wahlkampf nicht gehen wird.

Söder arbeitet noch an seiner Einstellung

"Das wird sich sicherlich noch alles bessern, aber so richtig ein Start nach vorne ist es noch nicht, aber es wird sicherlich kommen. Da bin ich fest überzeugt", sagte Söder unlängst beim Tag der Familienunternehmer, und am Mittwoch: CDU und CSU würden den Bundestagswahlkampf gemeinsam schon irgendwie rocken. Er arbeitet offenbar noch an seiner Einstellung. Armin Laschet, der in Interviews schon mal erzählt, Vertrauen sei ihm wichtiger als Taktik, taktiert einerseits natürlich schon, folgt andererseits aber seiner bewährten Methode, will ein Mannschaftskapitän sein, "der führt und zusammenführt und eine Mannschaft, in der sich alle aufeinander verlassen können."

So sagte es Laschet in seiner Bewerbungsrede auf dem CDU-Parteitag Mitte Januar. Das Modell Laschet lässt sich in Nordrhein-Westfalen beobachten: Dort sitzen etwa mit CDA-Chef Karl-Josef Laumann und Landesinnenminister Herbert Reul Vertreter unterschiedlicher Strömungen innerhalb der CDU gemeinsam am Kabinettstisch. Eine ähnliche Diversität Marke CDU schwebt Laschet auch für die nächste Bundesregierung vor - wenn es bei ihrer Zusammensetzung nach ihm ginge.

Das ist Laschets erklärtes Ziel. Erreichen wird er es nur, wenn auch wirklich alle mitspielen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. April 2021 um 06:30 Uhr.