Jugendliche Schüler gehen in Niedersachsen zur Schule. | dpa

Corona an Schulen Mit Impfung zurück zum Präsenzunterricht?

Stand: 07.07.2021 09:24 Uhr

Das Ferienende ist in Sicht, die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus. Vizekanzler Scholz setzt deshalb auf Impfungen als Weg zurück zum Regelunterricht. Schülervertreter fordern ein Angebot für alle Schüler ab zwölf noch in den Ferien.

Vizekanzler Olaf Scholz rechnet für das kommende Schuljahr mit einem normalen Unterricht. "Die Fortschritte bei der Impfkampagne stimmen mich optimistisch, dass normaler Schulunterricht möglich sein wird", sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Nach anderthalb Jahren ist es höchste Zeit, wieder in einen halbwegs normalen Schulalltag zurückzukehren."

Dafür hatte sich Ende Juni auch die Kultusministerkonferenz ausgesprochen. Experten zogen dies jedoch zuletzt angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante und fehlender Luftfilter in Schulen in Zweifel.

Schülervertreter fordern Impfangebot in den Sommerferien

Um möglichst viel Präsenzunterricht zu ermöglichen, fordert die Bundesschülerkonferenz ein Impfangebot für alle Jugendlichen in den Sommerferien. "Gerade wenn es um den Schulstart nach den Ferien geht, sind Impfungen ein Schlüsselfaktor für sicheren Unterricht", sagte Generalsekretär Dario Schramm dem RND. "Jeder Schüler ab zwölf Jahren muss in den Sommerferien ein Impfangebot bekommen."

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn dürfte das annähernd möglich sein. Er sagte im ARD-Morgenmagazin, dass allen interessierten Kindern und Jugendlichen bis Ende August eine erste Impfung verabreicht werden könnte. Der Impfstoff dafür sei da. Weiter sagte der CDU-Politiker: "Ich finde, wir sollten die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden lassen." Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) seien wichtige Leitlinien, aber es gebe eben einen sicheren und zugelassenen Impfstoff für alle Menschen über zwölf Jahren, der nach individueller Abwägung und Entscheidung verabreicht werden könne.

Eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gibt es in Deutschland nicht. Die STIKO empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei. Experten geben hingegen zu bedenken, dass auch leichte Verläufe bei Kindern und Jugendlichen zu Langzeitfolgen ("Long-Covid") führen können.

Zehn Prozent der Jugendlichen mindestens einmal geimpft

Trotz der Einschätzung der STIKO sind Kinder und Jugendliche ab zwölf in die deutsche Impfkampagne eingebunden, können also unabhängig von Vorerkrankungen geimpft werden. Bisher sind nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) etwa 500.000 12- bis 18-Jährige mindestens einmal geimpft. Das entspricht knapp zehn Prozent, wie Spahn am Dienstag auf Twitter schrieb.

Bei der sich zunehmend verbreitenden Delta-Variante des Coronavirus ist der Schutz nach einer Impfdosis deutlich geringer als bei den vorher in Deutschland vorherrschenden Virus-Varianten. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 07. Juli 2021 um 06:07 Uhr.

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