Olaf Scholz

Scholz zu Corona "Es wird noch dauern"

Stand: 04.10.2020 18:56 Uhr

Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Scholz mahnt in der Corona-Krise weiter zur Vorsicht. Der flächendeckende Einsatz von Schnelltests müsse erst geprüft werden, sagte er im Bericht aus Berlin. Die Krise werde noch einige Zeit anhalten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will keine allzu großen Hoffnungen schüren, die Corona-Krise in Deutschland könnte in absehbarer Zeit vorbei sein. Im Bericht aus Berlin sagte der SPD-Politiker, niemand sollte Illusionen verbreiten. "Es wird noch dauern." Selbstverständlich würden alle Möglichkeiten ausprobiert, um Beschränkungen lockern zu können. Mit Blick auf den flächendeckenden Einsatz von Schnelltests zeigte sich Scholz aber vorsichtig.

Einsatz von Schnelltests weiter unklar

Zuerst müsse man sich damit beschäftigen und dann sehen, ob sie eingesetzt werden können. Deswegen könne derzeit nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob im kommenden Jahr etwa Messen wieder stattfinden werden, Hotels wieder voll belegt werden können oder Fluglinien problemlos alle Ziele anfliegen können. Die Aussicht auf solche Tests für jedermann sei gut, aber wann und ob sie kommen, sei weiter unklar, sagte Scholz. Man müsse weiterhin mit dieser neuen Normalität umgehen, auf jeden Fall noch bis in das kommende Jahr hinein.

Wunsch nach "echten Begegnungen"

Mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf äußerte der SPD-Kanzlerkandidat die Hoffnung, dass bis zum Lockerungen möglich seien. "Natürlich dürfen wir hoffen, dass es leichter ist, als es gegenwärtig wäre." Er wünsche sich "echte Begegnungen" mit den Wählern und nicht nur virtuelle. Gleichzeitig verteidigte Scholz die frühe Bekanntgabe seiner Kandidatur. Es sei richtig gewesen, den Bürgerinnen und Bürgern bereits jetzt zu zeigen, woran sie mit der SPD seien. Es gebe viele Themen zu diskutieren und dafür sei ein Jahr ein guter Zeitrahmen.

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 04. Oktober 2020 um 18:05 Uhr im Ersten.