Lastwagen stehen auf der Bundesstraße 31 bei Eriskirch zwischen Lindau und Friedrichshafen. | dpa

Unfälle und Sperrungen Schneefälle und Verkehrschaos im Süden

Stand: 15.01.2021 18:21 Uhr

Heftiger Schneefall hat im Süden Deutschlands für teils chaotische Verkehrsverhältnisse gesorgt. Straßen wurden gesperrt, Fahrer mussten stundenlang in ihren Fahrzeugen ausharren. Eine Frau wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Im Süden Deutschlands haben starke Schneefälle für chaotische Verhältnisse auf Straßen und Schienen gesorgt - vor allem in der Nacht auf Freitag. Besonders betroffen waren Baden-Württemberg und Bayern. Bei Lörrach im Schwarzwald wurde eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen, der wohl unter der Schneelast zusammenbrach. Die 72-Jährige starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Die Polizei warnte eindringlich davor, die Gefahr zu unterschätzen, die von den Schneemassen ausgeht. Zahlreiche Bäume drohten unter der Last zu brechen und seien eine tödliche Gefahr.

Schnee auf den Straßen in Freiburg | dpa

Schneematsch auf den Straßen Freiburgs: Rund um die Region mussten viele Straßen gesperrt werden. Bild: dpa

Fahrer übernachten in Lastwagen

Rund um Freiburg wurden zahlreiche Straßen gesperrt. Bäume stürzten auf Fahrbahnen und Autos blieben stecken, wie die Polizei mitteilte. Auf mehreren Bundesstraßen in Baden-Württemberg steckten Lkw fest. Zahlreiche Lastwagen blieben in der Nacht auf Freitag auf der Bundesstraße 31 am Bodensee wegen starken Schneefalls liegen. Dutzende Fahrer mussten dort die Nacht verbringen. Das DRK versorgte sie mit Verpflegung und warmen Decken. Die Fahrzeuge hätten sich auf bis zu zehn Kilometern gestaut, so die Polizei.

In mehreren Landkreisen kam es zu zahlreichen glättebedingten Autounfällen, bei denen es überwiegend bei Sachschäden blieb. In den Landkreisen Konstanz, Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar rückten Polizei und Feuerwehr zu insgesamt deutlich über hundert Unfällen aus. In Haslach im Kinzigtal im Ortenaukreis sowie im Landkreis Lörrach stürzten mehrere Bäume auf Straßen. Bei Todtmoos wurde eine 32-jährige Frau von der Schaufel eines Traktors erfasst und schwer verletzt. Der Scheibenwischer des Fahrzeugs hatte nicht funktioniert und die Sicht des Fahrers versperrt.

Im Bereich Füssen im Ostallgäu blieben zahlreiche Fahrzeuge an Steigungen hängen und blockierten die Straßen. Ähnliche Szenen gab es in Nesselwang, wo der Feierabendverkehr am Donnerstag über Stunden zum Erliegen gekommen war.

Auch Bahnstrecken betroffen

Einschränkungen gab es auch im Bahnverkehr: Am nordwestlichen Bodensee-Ufer wurde die Seehäsle-Strecke zwischen Radolfzell und Stockach gesperrt. Etwa 25 Bäume lagen auf der Bahnstrecke. Wegen Aufräumarbeiten sollte diese bis Montag gesperrt bleiben. Im Allgäu und in Oberbayern führte starker Schneefall zu Streckensperrungen im Bahnverkehr, Verspätungen und Ausfällen.

Auch der Fernverkehr zwischen München und Zürich war von den wetterbedingten Störungen betroffen: Die Eurocity-Verbindung zwischen den Metropolen fiel am Freitagvormittag nach Angaben eines Bahn-Sprechers vorübergehend komplett aus.

Warnungen fürs Wochenende

Auch für das Wochenende haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Bundesländer winterliches Wetter prognostiziert - mit Werten um den Gefrierpunkt und nachts deutlich darunter. Auch vor Glätte wird weiter gewarnt. Laut Bergwacht Schwarzwald besteht ein erhöhtes Risiko durch Schneebruch und Lawinen in den exponierten Höhenlagen des Schwarzwalds. Schlechte Sicht und die Schneemengen bergen auch Gefahren für Winterwanderer und -sportler.

Die Polizei aus Ravensburg riet dringend, Waldgebiete zu meiden. In weiten Teilen der bayerischen Alpen ist die Lawinengefahr inzwischen auf die zweithöchste Warnstufe gestiegen. "Die Situation bleibt angespannt", betonte der Lawinenwarndienst Bayern. Schon am Donnerstag wurden viele Lawinenabgänge gemeldet. Aufgrund der erhöhten Lawinengefahr sperrten Ausflugsorte zahlreiche Wanderwege.

Über dieses Thema berichtete rbb Inforadio am 15. Januar 2021 um 22:32 Uhr.