E-Auto an der Steckdose | Bildquelle: dpa

Scheuer fordert mehr Geld Eine Milliarde Euro für E-Ladestationen

Stand: 31.03.2019 14:16 Uhr

Verkehrsminister Scheuer will mehr Elektromobilität: Das Netz aus bislang 16.100 Ladepunkten soll ausgebaut werden. Um neue Stationen zu bezuschussen, fordert er eine Milliarde Euro aus dem Bundeshaushalt.

Mit einem milliardenschweren Förderprogramm will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Elektroautos in Deutschland beliebter machen. "Wir brauchen Lademöglichkeiten zu Hause, am Arbeitsplatz und am Supermarkt", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Nach Daten des Verkehrsministeriums laden die Besitzer von E-Autos ihre Wagen mehrheitlich zu Hause oder am Arbeitsplatz. Die noch spärliche Versorgung mit Ladestationen ist daher ein großes Hemmnis für die Ausbreitung von E-Mobilität: Gerade einmal 16.100 Ladepunkte gab es laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Ende 2018 im Bundesgebiet.

Bis zu 30.000 Euro pro Schnellladestation

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer | Bildquelle: dpa
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Verkehrsminister Andreas Scheuer setzt beim Erreichen der Klimaziele auf E-Mobilität.

Dort will Scheuer ansetzen: "Wir wollen für die Bürger Ladepunkte und deren Einbau in der eigenen Garage zur Hälfte fördern. Dafür brauchen wir sofort eine Milliarde Euro. Das muss sich im Bundeshaushalt abbilden", sagte er. Der Staat solle sich demnach mit bis zu 3000 Euro pro Ladestation am Ausbau beteiligen, eine Schnellladestation solle mit 30.000 Euro bezuschusst werden.

Die Grünen und der BDEW begrüßten Scheuers Ankündigung, verlangten aber weitere Schritte. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte: "Noch wichtiger als eine Förderung wäre, wenn die Bundesregierung endlich bürokratische Hemmnisse für Ladesäulen in Tiefgaragen und Parkplätzen beseitigt." Bauminister Horst Seehofer sei bis heute nicht in der Lage, entsprechende EU-Vorgaben umzusetzen, die Mindestzahlen an Ladesäulen auf Parkplätzen vorsehen.

Der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, forderte: "Damit die in Aussicht gestellten Fördergelder auch wirklich fließen können, muss sichergestellt werden, dass jeder Mieter und Wohnungseigentümer eine Ladesäule einbauen kann, wenn er es möchte und die Finanzierung sicherstellt." Dort müsse die zuständige Bundesjustizministerin Katarina Barley endlich tätig werden und das Miet- und Wohnungseigentumsrecht anpassen.

E-Mobilität zum Erreichen der Klimaziele

Die Ausbreitung von E-Mobilität könnte für Deutschland entscheidend für das Erreichen seiner Klimaziele werden - denn hierzulande ist der Verkehr noch überwiegend von Benzin- und Dieselfahrzeugen geprägt. Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes waren am 1. Januar 2019 unter den insgesamt 57,3 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeugen 83.174 Elektroautos und 431.400 Hybridautos. Seit 1990 sind die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen auf deutschen Straßen nicht gesunken.

Am Freitag hatten zahlreiche Nachrichtenmedien über Pläne des Verkehrsministeriums berichtet, denen zufolge Scheuer mögliche Einschränkungen zugunsten des Klimaschutzes vermeiden will, indem er auf Fahrzeuge mit CO2-ärmeren Treibstoffen setzt.

Kritik an Scheuers Alternativ-Treibstoffen

Umweltverbände halten dies für schlecht vereinbar mit Zielen des Umwelt- und Naturschutzes: Pflanzen für Biokraftstoffe konkurrieren mit dem Anbau von Nahrungsmitteln und könnten zu mehr Monokulturen auf den Feldern führen. Gas oder flüssiger Kraftstoff, der aus Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, haben einen schlechten Wirkungsgrad, ihre Herstellung ist technisch noch nicht ausgereift: Nur etwa 13 Prozent des eingesetzten Stroms werden genutzt, um tatsächlich das Auto zu bewegen.

Scheuer will Ladestationen für E-Autos zur Hälfte bezahlen
Isabel Reifenrath, ARD Berlin
31.03.2019 14:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. März 2019 um 11:00 Uhr.

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