Jemand macht einen Corona-Schnelltest | dpa

Corona-Pandemie RKI meldet mehr als 13.000 Neuinfektionen

Stand: 24.10.2021 08:18 Uhr

Die Corona-Zahlen steigen bundesweit weiter an, ebenso die Sieben-Tage-Inzidenz. Sie liegt laut RKI nun bei 106,3. Angesichts dessen plädiert der Landkreistag auf eine Impfpflicht in bestimmten Branchen.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt in Deutschland kontinuierlich an. Das Robert Koch-Institut meldete am Morgen 13.732 neue Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden - ein deutliches Plus gegenüber dem Wert von vor einer Woche: Am vergangenen Sonntag hatten die Gesundheitsämter 8682 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet.

Damit steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Am Samstag hatte sie erstmals seit einem halben Jahr den Wert von 100 erreicht. Nun liegt sie laut RKI bei 106,3. Die Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner registriert wurden. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,7 gelegen.

23 weitere Todesfälle gemeldet

Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet, teilte das RKI weiter mit. Damit starben bundesweit bisher mindestens 95.100 Menschen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.466.157 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen liegt mittlerweile bei 4.206.400.

Die bundesweite Hospitalisierungsrate steigt leicht an. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Am Freitag lag der Wert bei 2,68 gegenüber 2,45 am Vortag. Die Rate beinhaltet die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungsrate unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Landkreistag für Impfpflicht in bestimmten Berufen

Vor dem Hintergrund der wieder steigenden Infektionen spricht sich der Landkreistag dafür aus, die Impfung gegen Covid-19 für Beschäftigte in bestimmten Branchen zur Pflicht zu machen. "Wir werden nicht umhinkommen, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppe wie Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu diskutieren", sagte der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Bislang würden in Deutschland auch die Menschen geschützt, die "sich aus freien Stücken gegen einen Impfschutz entschieden haben", so Sager weiter. Das habe zwar seine Berechtigung, jedoch müsse ab einem gewissen Punkt "die Frage erlaubt sein, wie lange die Gesellschaft das so mittragen kann".

Bislang sind der Statistik des RKI zufolge bundesweit mehr als 66,2 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Mehr als 69 Prozent haben demnach mindestens eine Impfdosis erhalten. Allerdings hatte das RKI eingeräumt, dass die Zahl der geimpften Personen höher sein könnte als angenommen, da Impfungen teilweise nicht gemeldet werden und somit nicht in die Statistik einfließen. In einem Bericht des Institutes von Anfang Oktober heißt es, dass unter Erwachsenen bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sein könnten.

Hans für Ende der epidemischen Notlage

Eine hohe Impfquote sei der Weg für die Bundesländer, sich "Freiheiten zurückzuerobern", sagte dazu der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans in der "Bild am Sonntag". Im Saarland sind dem RKI zufolge mittlerweile mehr als 72 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft. Zum Monatsbeginn waren darum in dem Bundesland zahlreiche Corona-Auflagen gestrichen worden, ab kommenden Freitag sollen weitere Regelungen wegfallen. So sollen dann bei Veranstaltungen im Freien keinerlei Beschränkungen mehr gelten, auch nicht die 3G-Regelung.

Hans verteidigte die umfangreichen Lockerungen im eigenen Bundesland: "Die Pandemie ist zwar nicht vorbei, aber sie hat durch die Impfungen ihren Schrecken verloren. Dem müssen wir Rechnung tragen." Darum plädierte er auch dafür, die epidemische Notlage in Deutschland aufzuheben. Die Bundesländer müssten auch nach dem Ende des Corona-Ausnahmezustands die Möglichkeit haben, Maßnahmen zu beschließen.

Der Vorstoß für das Ende der Notlage war von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gekommen. Er stößt allerdings in der Politik und in der Gesundheitsbranche auf sehr geteiltes Echo.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Oktober 2021 um 10:00 Uhr.

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