Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie 3483 Neuinfektionen in Deutschland

Stand: 11.10.2020 14:00 Uhr

Sonntags und montags liegen die vom RKI gemeldeten Infektionszahlen meist deutlich niedriger als im Rest der Woche - vor allem weil nicht alle Ämter Daten übermitteln. Mit 3483 neuen Corona-Infektionen bleibt die Zahl dennoch hoch.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag die Zahl bei 4516. Am Samstagmorgen waren es 4721 neue Fälle. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 322.864 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 11.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9615. Das waren 11 mehr als am Vortag.

R-Wert bei 1,42

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42 (Vortag: 1,34). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,43 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Unterdessen werden immer mehr große Städte in Deutschland zu Corona-Hotspots: Am Samstag meldeten Köln und Stuttgart die Überschreitung der Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Auch Berlin, Frankfurt, Bremen und Essen liegen über dieser Schwelle.

Am Freitag hatte Kanzlerin Angela Merkel mit den Oberbürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, "ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet", hatte Merkel betont. Der vereinbarte Maßnahmenkatalog sieht unter anderem die Entsendung von Experten des RKI und der Bundeswehr vor, wenn die Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird. Ab 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner soll es neue Beschränkungen geben.

Ministerpräsidenten warnen

Mehrere Ministerpräsidenten riefen die Bürger zu Achtsamkeit auf. "Es wird langsam gefährlich", sagte Bayerns Regierungschef Markus Söder der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann mahnte in der "Bild am Sonntag": "Ich erwarte von den Bürgern, dass sie aus Verantwortungsbewusstsein nicht mehr alles machen, was sie noch dürfen". Der Grünen-Politiker fügte hinzu: "Man muss gerade keine Party bei sich zu Hause oder in der Gaststätte feiern."

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer appellierte in der "Welt am Sonntag" ebenfalls an die junge Generation: "Jetzt sind nicht volle Partys gefragt, sondern Vorsichtsmaßnahmen - und Kontrolle." Der CDU-Politiker verteidigte schärfere Regeln. "Wir brauchen jetzt gewisse Instrumente, um der Lage Herr zu werden. Wir wollen unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben weitgehend erhalten."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2020 um 10:05 Uhr.

Darstellung: