Ein DHL-Mitarbeiter steht in Potsdam an der DHL-Paketstation an der Kantstraße Ecke Roseggerstraße, in der eine Paketbombe aufgegeben wurde. | Bildquelle: dpa

Erpressungsversuch gegen DHL Ein regional agierender Täter?

Stand: 04.12.2017 15:42 Uhr

Wer steckt hinter der Erpressung des Paketdienstes DHL? Die Polizei hat noch keine heiße Spur, geht aber inzwischen von einem regional agierenden Täter aus. Denn der Bombenfund in Potsdam war nicht der erste Vorfall dieser Art.

Bei der Fahndung nach dem Erpresser des Paketzulieferers DHL geht die Polizei derzeit von einem regional agierenden Täter aus. Denn die Potsdamer Paketbombe war bereits der zweite Fund dieser Art: Eine Anfang November verschickte erste Paketbombe war in Berlin aufgegeben worden und an einen Online-Versandhändler in Frankfurt an der Oder gesendet worden. Dort war sie beim Öffnen in Brand geraten.

Sprengstoffexperten der Bundespolizei hatten am Freitag ein Paket unschädlich gemacht, das in einer Apotheke mitten in der Potsdamer Innenstadt am Rande des Weihnachtsmarkts abgegeben worden war. In der Sendung befanden sich eine Blechbüchse mit Nägeln, Batterien, Drähte sowie ein verdächtiges Pulver und ein sogenannter "Polenböller". Das Paket hätte den Angaben zufolge explodieren und Menschen schwer verletzen können.

Menschen gehen über den Potsdamer Weihnachtsmarkt | Bildquelle: dpa
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Der Potsdamer Weihnachtsmarkt nach dem Bombenfund: Die Bevölkerung soll wachsam sein.

Sonderkommission wurde aufgestockt

Die Potsdamer Ermittler haben inzwischen zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Sprecher mit. Bei dem verdächtigen Paket gebe es allerdings mehrere Indizien wie zum Beispiel Drähte und Farbspuren. Die Sonderkommission "Luise" wurde auf inzwischen etwa 50 Mitarbeiter aufgestockt. Zudem arbeitet die Polizei nach eigenen Angaben eng mit DHL zusammen. Auch ein Hinweistelefon sei geschaltet worden.

Der Absender der Bomben fordert von DHL einen Millionenbetrag. Andernfalls sollen weitere Sendungen folgen, wie aus einem Brief in der Potsdamer Paketbombe hervorgeht.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf. Wenn Pakete zu Hause oder in Unternehmen ankämen, deren Herkunft nicht ganz klar sei, sollte die Polizei informiert werden, "bevor man sich irgendwelchen Gefährdungen aussetzt", sagte er im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Sonderkommission arbeite "unter Hochdruck" und gehe allen Hinweisen nach.

Entwarnung in Erfurt

In Erfurt konnte nach dem Fund eines verdächtigen DHL-Pakets in der Thüringer Staatskanzlei Entwarnung gegeben werden. Die Sendung enthielt laut Staatsanwaltschaft lediglich zusammengerollte Kataloge.

Das Paket sei an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow adressiert gewesen. Mitarbeitern der Staatskanzlei war die DHL-Sendung verdächtig vorgekommen, weil sie keinen Absender trug. Die Polizei stellte das Paket sicher. Nach Angaben von Ramelow hatte die Polizei zunächst von einer möglichen Wurfgranate in der Sendung gesprochen.

Der Luisenplatz in Potsdam | Karte vergrößern

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Dezember 2017 um 12:21 Uhr.

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