Behälter für den Transport von menschlichen Organen | Bildquelle: dpa

Vorstoß von Spahn Mehr Geld für Organspende-Kliniken

Stand: 31.08.2018 10:46 Uhr

Gesundheitsminister Spahn will mit einer besseren Organisationsstruktur und mehr Geld für Kliniken die Zahl der Organspenden erhöhen. Denn das Hauptproblem sei nicht die mangelnde Bereitschaft der Spender.

Jens Spahn | Bildquelle: dpa
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Gesundheitsminister Spahn will, dass mehr Menschen von Organspenden profitieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant eine verbesserte Organisationsstruktur und eine höhere Vergütung für Kliniken, um so die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöhen. Das geht aus einem Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums hervor.

"Wir müssen alles versuchen, dass die Zahl der Organtransplantationen wieder steigt", sagte Span. Mit der Neuregelung würden "die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen in den Entnahmekrankenhäusern geschaffen, um die Organspendezahlen nachhaltig zu erhöhen". So steht es im Gesetzentwurf. Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken sollen demnach mehr Zeit für ihre Arbeit und intern eine stärkere Stellung erhalten.

Die betroffenen Krankenhäuser sollten für die Organspenden und für das Vorhalten der Infrastruktur besser bezahlt werden. Zudem solle ein flächendeckendes Berichtssystem offenlegen, ob die Kliniken die Chancen für Organspenden auch wahrnehmen. 

Organentnahme auch in kleinen Kliniken

Eine Transportbox zur Organspende wird in ein Krankenhaus getragen
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Durch ein bundesweites neurologisches Bereitschaftsteam soll Organentnahme auch in kleinen Kliniken möglich werden.

Das Hauptproblem sei laut Gesundheitsministerium nicht die Spendenbereitschaft: "Ein entscheidender Schlüssel liegt vielmehr bei den Kliniken. Ihnen fehlen häufig Zeit und Geld, um mögliche Organspender zu identifizieren". Zunehmende Arbeitsverdichtung im klinischen Alltag auf den Intensivstationen und die fehlende Routine führten dazu, "dass die Gemeinschaftsaufgabe Organspende nicht wahrgenommen wird".

Geplant ist außerdem, dass auch kleine Krankenhäuser Organe bei Verstorbenen entnehmen können sollen. Damit eine Organspende überhaupt möglich ist, muss der "nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms festgestellt werden". Damit dieser Befund auch in kleineren Kliniken festgestellt werden kann, sieht Spahns Gesetzentwurf einen bundesweiten beratenden neurologischen Bereitschaftsdienst vor.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. August 2018 um 09:45 Uhr, 10:45 Uhr und 12:15 Uhr in den Nachrichten.

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