Ein Sperling sitzt auf einem verschneiten Busch. | dpa

NABU-Vogelzählung Spatz ist häufigster Wintervogel

Stand: 03.02.2021 14:55 Uhr

Vogelfreunde in Deutschland haben Ausschau gehalten und gezählt: Der Spatz ist der häufigste Wintervogel im Land. Insgesamt ging der Vogelreichtum laut NABU jedoch zurück. Besonders selten waren Grünfinken und Blaumeisen.

Naturfreunde haben zu Jahresbeginn gezählt: Der Spatz bleibt Deutschlands häufigster Wintervogel. Das ergab eine Zählaktion des Naturschutzbundes (NABU). Mehr als 1,1 Millionen Haussperlinge - durchschnittlich 6,8 Tiere pro Garten - zählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "Stunde der Wintervögel" demnach, wie der NABU mitteilte. Danach folgten, ebenfalls wie im Vorjahr, Kohlmeise und Feldsperling.

Im Schnitt wurden 34,5 Vögel pro Garten gezählt; zwölf Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt, wie der NABU weiter erklärte. "Besonders niedrig waren dagegen die gemeldeten Zahlen der Blaumeise", stellte die Organisation fest. Das Minus im Vergleich zur Vorjahreszählung lag demnach bei knapp 20 Prozent. Vergleichsweise selten gezählt wurden außerdem Kleiber, Gimpel und Kernbeißer.

Sinkender Vogelbestand

Die diesjährige Auswertung zum Vogelreichtum ergab den zweitniedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011, hieß es. Nur im Jahr 2017 waren die Zahlen den Angaben zufolge noch niedriger. Abnehmend sei die Tendenz bei Arten, die auf Zuzug aus dem Norden und Osten angewiesen sind. Stabil oder wachsend entwickelten sich hingegen die Bestände von Arten, die im Winter standorttreu sind oder die teilweise von hier nach Süden ziehen. Je milder der Winter, desto weniger wichen Vögel in wärmere Gefilde aus.

Rekordwerte erreichten neben den Haussperlingen auch Stadttauben, Rotkehlchen und Ringeltauben. Als besorgniserregend wertete der Nabu hingegen die weiter sinkende Zahl der Grünfinken: Aktuell wurden statistisch nur noch 0,9 Grünfinken pro Garten gemeldet; vor 20 Jahren waren es noch viermal so viele. Als Ursache für die deutlich gesunkenen Grünfinken-Zahlen gelten vor allem Infektionen mit Parasiten an sommerlichen Futterstellen.

Teilnehmerrekord bei Vogelzählung

An der Zählung am zweiten Januarwochenende beteiligten sich nach NABU-Angaben so viele Menschen wie noch nie: Mit mehr als 236.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bundesweit verzeichnete man ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hieß es. Angenommen wird, dass das gestiegene Interesse auch mit dem Lockdown zusammenhängt. Die Vogelzählung soll helfen, auf lange Sicht Entwicklungen beim Vogelbestand zu erkennen.

Die nächste Zählung findet mit der "Stunde der Gartenvögel" am dritten Maiwochenende statt. In der Zwischenzeit läuft die Wahl zum "Vogel des Jahres". Zur Abstimmung stehen zehn Finalisten, die vorab in einer öffentlichen Online-Wahl bestimmt worden waren. Darunter sind unter anderem Kiebitz, Eisvogel, Amsel und Blaumeise.

Über dieses Thema berichtete rbb in der Sendung "Fritz" am 13. Januar 2021 um 09:15 Uhr.