Fruchtmüsli von Seitenbacher mit dem Logo Mogelpackung des Jahres 2020 der Verbraucherzentrale Hamburg | Verbraucherzentrale Hamburg

Verbraucher stimmen ab Seitenbacher hat "Mogelpackung des Jahres"

Stand: 25.01.2021 11:08 Uhr

750 statt 1000 Gramm und dann auch noch den Preis pro Packung erhöht: Damit hat sich Seitenbacher für sein "Frucht Müsli" den Titel "Mogelpackung des Jahres 2020" gesichert. Danach folgt abgeschlagen Milka.

Das "Frucht Müsli" von Seitenbacher ist von der Verbraucherzentrale Hamburg zur "Mogelpackung des Jahres 2020" gewählt worden. Mehr als die Hälfte der 21.409 abgegebenen Stimmen (54,5 Prozent) hätten dafür gestimmt, teilte die Verbraucherzentrale mit.

Laut den Verbraucherschützern wurde die Füllmenge zuletzt geringer, die Rezeptur sei "quasi identisch" - trotzdem werde das Müsli als neu vermarktet und Verbraucher zahlten je nach Supermarkt bis zu 75 Prozent mehr.

Lediglich Honig neu auf Zutatenliste

Seitenbacher hatte gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg behauptet, mit dem "Frucht Müsli" sei ein neues Produkt eingeführt worden. Doch die Zutatenliste der Frühstücksflocken sei nahezu identisch mit der des günstigeren Vorgängerprodukts gewesen, erklärte die Verbraucherzentrale. Lediglich Honig sei in einer geringen Menge neu auf der Zutatenliste. Mittlerweile soll das "Frucht Müsli" nicht mehr hergestellt werden.

Auf dem zweiten Rang (18,8 Prozent) landeten der Osterhase von Milka und der Weihnachtsmann von Mondelez, gefolgt von der beliebten Kinder Schokolade von Ferrero (18,5 Prozent). Auch hier prangerten die Verbraucherschützer undurchsichtige Preiserhöhungen an. 4,3 Prozent der Abstimmenden wählten die Whiskas Knuspertaschen von Mars und 3,9 Prozent die Bifi Minisalami des Herstellers Jack Link's.

Rund 3000 Beschwerden eingegangen

Im Jahr 2020 gingen rund 3000 Beschwerden über Mogelpackungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg ein. Seit über 17 Jahren führen die Hamburger Verbraucherschützer eine bundesweit einzigartige Mogelpackungsliste mit versteckten Preiserhöhungen auf der Basis von Verbraucherbeschwerden.

Die Verbraucherzentrale mahnte, "Tricksereien" wie versteckte Preiserhöhungen seien für die Verbraucher "beim normalen Einkauf kaum zu bemerken". Helfen würde etwa eine Transparenzplattform, bei der vorab Füllmengenreduzierungen von den Herstellern verpflichtend gemeldet werden müssten.

Über dieses Thema berichtete SWR aktuell am 25. Januar 2021 um 12:58 Uhr.

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