Hand mit Rosenkranz | Bildquelle: dpa

Katholische Kirche "Ich schäme mich"

Stand: 25.09.2018 15:33 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat die Opfer des massenhaften sexuellen Missbrauchs unter dem Dach der Kirche in aller Form um Entschuldigung gebeten. Die Aufarbeitung sei noch nicht am Ende.

Kardinal Reinhard Marx hat mit deutlicher Selbstkritik an der Kirche und an seinem eigenen Handeln auf die Veröffentlichung einer Missbrauchsstudie reagiert. "Ich schäme mich für das Vertrauen, das zerstört wurde", sagte er, "für die Verbrechen, die Menschen durch Amtspersonen der Kirche angetan wurden. Und ich empfinde Scham für das Wegschauen von vielen, die nicht wahrhaben wollten, was geschehen ist und die sich nicht um die Opfer gesorgt haben."

Bischofskonferenz-Studie zu sexuellem Missbrauch durch die katholische Kirche
tagesthemen 22:15 Uhr, 25.09.2018, Sebastian Kisters, HR

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Das gelte auch für ihn selbst. "Viele Menschen glauben uns nicht mehr", stellte er fest. "Und ich habe dafür Verständnis." Sexueller Missbrauch sei ein Verbrechen, ergänzte Marx. Und wer schuldig sei, müsse bestraft werden. Man habe zu lange weggeschaut um der Institution willen "und des Schutzes von uns Bischöfen und Priestern willen".

"Wenn ich dem Kardinal zuhöre, dann nehme ich ihm das erstmal ab", sagte Heiner Keupp, Beirat der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, im Interview mit tagesschau24. "Er spricht von einem Wendepunkt. Ich spreche von einem Abgrund." Wenn die katholische Kirche die Wende nicht schaffe, dann habe sie eine Riesenchance, sich selbst zu erneuern, verpasst.

Heiner Keupp, Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, zum Ausmaß der Missbrauchsfälle
tagesschau24 14:00 Uhr, 25.09.2018

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Kirchenstrukturen begünstigten Missbrauch

Die Ergebnisse der Studie legten nahe, dass es in der Kirche Strukturen gegeben habe und gebe, die Missbrauch begünstigen könnten, sagte der Koordinator der Studie, Harald Dreßing. "Dazu gehören der Missbrauch klerikaler Macht, aber auch der Zölibat und der Umgang mit Sexualität, insbesondere mit Homosexualität."

Auch die Rolle der Beichte müsse überdacht werden, weil Täter sie zum Teil zur Tatanbahnung, aber auch zur Verschleierung und zur eigenen Entlastung missbraucht hätten, sagte der Psychiater. Eine nähere Beschäftigung mit diesen Strukturen und Themen sei aus seiner Sicht wichtiger als die Analyse der Zahlen, die ohnehin nur "die Spitze eines Eisbergs" zeigen könnten. Es handele sich um eine "untere Schätzgröße".

Aus einem leeren Beichtstuhl leuchtet ein orangefarbenes Licht. | Bildquelle: dpa
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Auch die Rolle der Beichte müsse überdacht werden, fordert der Psychiater und Koordinator der Studie, Harald Dreßing.

Großes Dunkelfeld

Auszugehen sei von einem großen Dunkelfeld. Dreßing verteidigte die Studie gegen Kritik: Dass die Untersuchungen aus Datenschutzgründen anonym erfolgen mussten und dass es nicht möglich gewesen sei, alle Taten seit 1946 zu erfassen, sei von vornherein bekannt gewesen.

Die Wissenschaftler ermittelten Missbrauchsvorwürfe gegen 1670 Kleriker, was einem Anteil von 4,4 Prozent der geprüften Geistlichen entspricht. Besonders ausgeprägt sind die Vorwürfe gegen Gemeindepriester, bei denen sich 5,1 Prozent des Missbrauchs schuldig gemacht haben sollen.

Abscheu und Entsetzen

Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, erklärte, seine Abscheu und sein Entsetzen über das Geschehen seien in den vergangenen Jahren gewachsen durch das, was er von Opfern erfahren habe. Der Forschungsbericht gebe der Kirche "deutliche Hinweise", welche Strukturen und Dynamiken das Missbrauchsgeschehen begünstigen können. Die Bischöfe müssten "noch konsequenter und abgestimmter untereinandner vorgehen".

Die Bundesvorsitzende der Opferschutz-Organisation Weißer Ring, Roswitha Müller-Piepenkötter, erklärte, die Kirche habe das Problem des sexuellen Missbrauchs durch Priester noch nicht im Griff. Es bestehe eine "dringende Pflicht zum Handeln", sagte die im Beirat der Studie sitzende Juristin. Es sei davon auszugehen, dass "auch für die nahe Vergangenheit und für die Zukunft mit solchen Fällen zu rechnen ist".

Beratungen über mögliche Strukturänderungen

Marx hatte am Montag in diesem Zusammenhang angedeutet, dass die Bischöfe im Laufe der Woche bei ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda auch über mögliche Strukturänderungen in der Kirche beraten wollten.

Die Studie ergab unter anderem, dass zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben sollen. Marx erklärte dazu: "Die Auseinandersetzung mit den Ereignissen und den Konsequenzen ist damit nicht abgeschlossen, sondern beginnt jetzt."

Über dieses Thema berichteten am 25. September 2018 tagesschau24 um 14:00 Uhr sowie die tagesschau um 14:00 Uhr und 15:00 Uhr.

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