Friedrich Merz | Bildquelle: dpa

CDU Merz kann sich Ministeramt vorstellen

Stand: 18.12.2018 20:02 Uhr

Im Kampf um den CDU-Vorsitz scheiterte Ex-Unionsfraktionschef Merz knapp. Sein politisches Comeback soll das aber nicht stoppen. Sogar ein Ministeramt unter Kanzlerin Merkel traue er sich zu, sagte er der "FAZ".

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat seine Bereitschaft bekräftigt, ganz in die Politik zurückzukehren. "Ich habe mein Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben", sagte Merz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Ein Amt als Minister im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel "würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen", sagte Merz. Die Entscheidung liege aber nicht in seiner Hand, sondern sei "Sache der Kanzlerin".

Die konservativen und wirtschaftsliberalen Flügel der CDU fordern eine stärkere Einbindung von Merz in die Partei. Ihr Argument: So könne das unzufriedene Lager des Sauerländers besänftigt und eine tiefere Spaltung der CDU verhindert werden. In der Parteispitze gilt es allerdings als unwahrscheinlich, dass Merkel Merz - einen ihrer schärfsten Kritiker - in ihr Kabinett holt.

Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz | Bildquelle: dpa
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Die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sprach in der vergangenen Woche mit Merz über dessen politische Zukunft.

"Vertrauensvolles Gespräch" mit Kramp-Karrenbauer

Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Donnerstag mit Merz über dessen künftige Rolle in der Partei gesprochen. Merz berichtete von einem guten, vertrauensvollen Gespräch, zu dem man Vertraulichkeit vereinbart habe.

Es sei über verschiedene Themen geredet, aber noch nichts Konkretes vereinbart worden. "Wir sind aber übereingekommen, dass wir uns Ende Januar oder Anfang Februar erneut sehen und dann im Lichte der Entwicklungen miteinander sprechen." Er war der früheren saarländischen Regierungschefin und CDU-Generalsekretärin auf dem Parteitag am 7. Dezember in einer Kampfabstimmung knapp unterlegen.

Schwacher Parteitagsauftritt

Merz wies Berichte zurück, er sei bei seiner Rede auf dem Hamburger Parteitag am 7. Dezember benachteiligt worden. Unter anderem hatte es Gerüchte gegeben, das Mikrofon sei leiser gedreht worden, während Merz seine Bewerbungsrede für den Vorsitz hielt. Außerdem hatte es Mutmaßungen gegeben, die Scheinwerfer seien zu heiß gewesen. Er könne mit diesen Gerüchten "gar nichts anfangen", sagte Merz der "FAZ". "Der Wettbewerb um den CDU-Vorsitz war fair."

Der frühere Unionsfraktionschef gestand ein, dass sein Auftritt Schwächen gehabt habe. "Aus der Rückschau betrachtet, hätte ich freier sprechen sollen - es lag aber sicher auch an meiner Tagesform, dass die Inhalte nicht optimal rübergekommen sind." Inhaltlich würde er jedoch "heute nichts anderes" sagen.

"An geeigneter Stelle mitwirken"

Auf die Frage, wie sehr ihn der Gedanke reize, einmal Kanzler zu werden, antwortete der 63-Jährige ausweichend. Er habe sich mit der Frage beschäftigt, ob er sich den Parteivorsitz zutraue. Diese Frage habe er mit Ja beantwortet. "Alle anderen Fragen, die sich daraus möglicherweise ergeben hätten, hätte ich mir dann gestellt."

Er sei bereit, "an geeigneter Stelle daran mitzuwirken, dass wirtschaftsliberale und wertkonservative Inhalte stärker in die CDU eingebracht werden, damit die CDU wieder die starke Kraft der politischen Mitte wird", versicherte Merz in dem Interview.

Spitze gegen Merkel

Zur Frage, ob es eine Heilserwartung an seine Person gebe, sagte Merz: "Es werden sicher, ohne das selbst überhöhen zu wollen, inhaltliche, aber auch kommunikative Erwartungen mit meiner Person verbunden." Es sei erstaunlich, dass jemand, der so lange aus der aktiven Politik draußen gewesen sei, einen so großen Zuspruch an der Basis bekomme, räumte Merz ein.

Offensichtlich sei in der Vergangenheit "ein Teil des politischen Anspruchs vieler Menschen und vieler CDU-Mitglieder" nicht erfüllt worden. Damit zielte Merz auf die Politik Merkels.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 18. Dezember 2018 um 19:45 Uhr.

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