Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrer Rede dem 31. Bundesparteitag der CDU | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutte

Letzte Rede als CDU-Chefin "Geschlossen gemeinsam kämpfen"

Stand: 07.12.2018 13:29 Uhr

Von der Spendenaffäre bis zum heutigen Parteitag in Hamburg - 18 Jahre lang war Angela Merkel CDU-Chefin. In ihrer letzten Rede rief sie ihre Partei zum Stolz auf das Erreichte auf und forderte eindringlich Zusammenhalt in der Partei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Parteitag in Hamburg in ihrer letzten Rede als CDU-Vorsitzende Bilanz ihrer 18-jährigen Amtszeit gezogen. Dabei stellte sie auf dem Treffen mit dem Motto "Zusammenführen. Und zusammen führen" vor allem den Zusammenhalt in der Partei in den Vordergrund. "Wir Christdemokraten streiten - und das nicht zu knapp -, aber wir machen niemals jemanden nieder", sagte sie.

Wohin "nicht enden wollender Streit" führe, habe die Partei zuletzt aber auch "bitter erfahren". Einigkeit habe die CDU hingegen dazu geführt, dass die Union in 70 Jahren Bundesrepublik 50 Jahre lang den Kanzler gestellt habe.

"Wir haben die Kraft, Trends zu brechen, Wahlen zu gewinnen, wenn wir geschlossen und entschlossen gemeinsam kämpfen", sagte Merkel und erinnerte an die Wahlsiege ihrer Partei im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. "Das alles waren wir gemeinsam." Diese seien "der entscheidende Schlüssel" dafür gewesen, bei der Bundestagswahl 2017 Rot-Rot-Grün zu verhindern. Es gehe "in Zeiten wie diesen" darum, "unser Land", Europa, Ältere und Jüngere, Ost und West, Stärkere und Schwächere, Einheimische und Migranten, zusammenzuführen. 

"Wir haben es allen gezeigt"

Merkel erinnerte auch an den Beginn ihres Vorsitzes vor 18 Jahren. Damals habe es eine "Schicksalsstunde" für die Partei gegeben. Wegen der Spendenaffäre sei schon spekuliert worden, ob die CDU vor dem Aus stehe. "Wir haben uns einen kühlen Kopf bewahrt", sagte Merkel. "Wir haben es allen gezeigt." Alle Folgen der Affäre seien überwunden und ein Erneuerungsprozess in Gang gesetzt worden.

Grund für den anschließenden Erfolg sei auch ein pragmatischer Kurs gewesen: "Wir haben verstanden, dass wir nicht alleine die Weisheit gepachtet haben." Man habe die Welt auch mit Augen der Anderen gesehen und erkannt, dass "die Welt und Leben nicht Schwarz-Weiß sind". Die Kunst des Kompromisses sei ebenfalls wichtig gewesen.

Sie sei sich bewusst, dass sie die Nerven der Partei mit ihrem Kurs oft auf die Probe gestellt habe. Dieser habe sie oft "deftige Angriffe" auf den politischen Gegner vorenthalten und stattdessen "das Florett gewählt oder geschwiegen".

Am Ende ihrer Amtszeit sei sie nun von "einem großen Gefühl der Dankbarkeit erfüllt": "Es war mir eine Ehre."

Delegierte des CDU-Parteitags applaudieren Merkel und halten "Danke"-Schilder hoch. | Bildquelle: AFP
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Applaus für Merkel nach 18 Jahren CDU-Vorsitz

Knapp zehn Minuten Applaus

Die CDU-Mitglieder im Saal dankten Merkel nach ihrer Rede mit einem knapp zehn Minuten langen stehenden Applaus. Viele hielten Schilder mit der Aufschrift "Danke Chefin für 18 Jahre CDU-Vorsitz" hoch.

Schon als sie zur Eröffnung des Parteitags ans Rednerpult trat, hatte Merkel lang anhaltenden Applaus bekommen.

Erstmals seit 1971 mehrere Kandidaten

Merkel hatte nach mehr als 18 Jahren an der CDU-Spitze Ende Oktober erklärt, sie wolle nicht mehr für den Parteivorsitz antreten.

Die 1001 Delegierten wählen im Tagesverlauf einen neuen Parteivorsitzenden. Es ist das erste Mal seit 1971, dass die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Bisherige Kandidaten für den Vorsitz sind CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn. Bis 12.30 Uhr hätten weitere Vorschläge eingereicht werden können, wurden aber nicht. Es bleibt bei drei Kandidaten.

Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bei einer CDU-Regionalkonferenz | Bildquelle: dpa
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Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn bei einer CDU-Regionalkonferenz

Kommt eine Stichwahl?

Gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Gelingt dies keinem der Bewerber in der ersten Runde, kommt es zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten. Beobachter rechnen mit einem engen Rennen zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz. Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend sprachen sich 45 Prozent der Befragten und 47 Prozent der CDU-Anhänger für die Generalsekretärin aus. Bei Merz waren es 30 und 37 Prozent.

Neben dem Vorsitzenden, den fünf Stellvertretern, dem Schatzmeister und fünf weiteren Präsidiumsmitgliedern werden in Hamburg auch 26 Mitglieder des Bundesvorstands sowie 19 Beisitzer gewählt.

Auf dem Programm des Parteitags steht unter anderem auch noch eine Debatte über den umstrittenen UN-Migrationspakt.

Auf den Parteitag richtet sich nach CDU-Angaben großes Interesse mit einer ungewöhnlich hohen Zahl von Anmeldungen und akkreditierten Journalisten.

Merkels historischer Parteivorsitz
tagesthemen 22:15 Uhr, Karin Dohr, ARD Berlin, zzt. Hamburg

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Dezember 2018 um 12:00 Uhr.

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