Angela Merkel | REUTERS

Weltumwelttag Merkel dringt auf mehr Klimaschutz

Stand: 05.06.2021 12:12 Uhr

Anlässlich des Weltumwelttags mahnt Kanzlerin Merkel ein entschiedenes und geschlossenes Vorgehen beim Klimaschutz an - national wie international. 2021 könne ein "bedeutsames Jahr werden", sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein entschiedenes Vorgehen zum Erreichen der neuen nationalen Klimaschutzziele gefordert. "Diese Ziele sind ambitioniert, aber wir können sie erreichen", sagte sie anlässlich des Weltumwelttags in ihrem Video-Podcast. "Jetzt und die nächsten Jahre kommt es darauf an, entschlossen zu handeln - für den Erhalt unserer Umwelt, unserer eigenen Lebensgrundlagen, und für die nachfolgenden Generationen überall auf der Welt."

Die CDU-Politikerin mahnte auch ein gemeinsames internationales Vorgehen bei der Bekämpfung der Erderwärmung an. Für "das alles überragende Thema des Klimaschutzes" könne 2021 ein "bedeutsames Jahr werden", sagte sie. Das Klimaabkommen von Paris zeige den Weg, wie die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß begrenzt werden könne. "Aber wir können dieses Ziel nur erreichen, wenn wir gemeinsam national wie international größte Anstrengungen unternehmen."

Auf der Klimakonferenz in Glasgow Ende des Jahres müssten die Staaten der Welt "unbedingt weitergehende Impulse für konkrete Maßnahmen erbringen", so Merkel. In Europa sei man schon recht weit. In Deutschland habe man sich noch ehrgeizigere Ziele gesetzt.

"Die Instrumente haben wir in der Hand"

Das Bundeskabinett hatte Mitte Mai den Entwurf eines neuen Klimaschutzgesetzes beschlossen, das die bisherigen Vorgaben verschärft. Nunmehr soll der Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu 1990 bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent gesenkt werden; zuvor waren es 55 Prozent gewesen. Das Ziel der Treibhausgasneutralität soll bis 2045 statt bis 2050 erreicht werden.

"Die geeigneten Instrumente dafür haben wir in der Hand", sagte Merkel zu den neuen Plänen. Dazu gehörten "ein effektiver CO2-Preis, der Ausstieg aus der Kohleverstromung, der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien und der Umstieg auf E-Mobilität".

Ziel: Weniger Plastikmüll

Die Kanzlerin betonte auch die Bedeutung von weniger weggeworfenem Plastik für die Umwelt. Der Kampf gegen Plastikmüll sei "weltweit eines der wichtigsten Umweltthemen", sagte sie. Das Motto des Weltumwelttags in diesem Jahr ist "Nein zu Wegwerf-Plastik - ja zu Mehrweg!". Merkel verwies darauf, dass ab Juli in der EU die Produktion vieler Wegwerfprodukte wie Trinkhalme und Wattestäbchen nicht mehr erlaubt sei. Ab 2022 dürften auch leichte Plastiktüten nicht mehr in den Umlauf gebracht werden. "Wir werden feststellen: Der Verzicht wird leichtfallen und unsere Umwelt sehr entlasten."

Merkel warnte, dass gerade auf dem Gebiet der Artenvielfalt die Lage dramatisch sei. Bis zu einer Million Arten seien vom Aussterben bedroht. "Wir müssen diese Entwicklung dringend stoppen." Die UN-Biodiversitätskonferenz im Oktober in China könne dafür ein Meilenstein sein.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 05. Juni 2021 um 12:35 Uhr.