Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer beobachtet, wie in Leipzig Schutzmasken aus einer Antonow ausgeladen werden. | Bildquelle: AP

Corona-Schutzmasken Viel bestellt, bisher wenig bekommen

Stand: 13.06.2020 15:48 Uhr

Etwa zwei Milliarden Atemschutzmasken hatte das Bundesgesundheitsministerium weltweit eingekauft. Geliefert wurde davon bisher nur ein kleiner Teil. Einen Engpass gebe es aber trotzdem nicht, versichert das Ministerium.

Die Bundesregierung wartet immer noch auf einen Großteil der etwa zwei Milliarden Atemschutzmasken, die sie weltweit wegen der Corona-Pandemie bestellt hat. Einen entsprechenden Bericht der "Welt" bestätigte das Bundesgesundheitsministerium.

Ein Ministeriumssprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass voraussichtlich bis Ende Juni rund 400 Millionen Masken an das deutsche Gesundheitswesen ausgeliefert werden. Die restlichen 1,6 Milliarden Masken sollten "Zug um Zug in den nächsten Monaten" ausgeliefert werden. Die "Welt" berichtete von 600 Millionen bisher in Deutschland angekommen Masken.

"Es gibt kein Maskenproblem"

Zu einem Versorgungsengpass führe das aber nicht, versicherte das Gesundheitsministerium. "Es gibt kein Maskenproblem in Deutschland." Die Lager seien voll. Die Ware wurde größtenteils in China bestellt.

Bekommen sollen die Masken die Bundesländer zur Weitergabe an Krankenhäuser sowie die Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen, die sie an niedergelassene Ärzte verteilen sollen.

20 Prozent mangelhaft

Ende Mai hatte das Bundesgesundheitsministerium erklärt, Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden. Damals hieß es, seit Anfang März habe der Bund mehr als 500 Millionen Schutzmasken beschafft.

Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich "in der Qualitätskontrolle". Es habe sich gezeigt, dass etwa 20 Prozent mangelhaft gewesen sei, weswegen es einen "sorgfältigen, dreistufigen Qualitätssicherungsprozess" gebe.

FDP spricht von "Desaster"

Die FDP kritisierte das Vorsorgekonzept der Bundesregierung. Bereits in einer Risikoanalyse aus dem Jahr 2012 sei auf die Bedeutung von medizinischem Schutzmaterial hingewiesen worden, schrieb die "Welt".

Aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion gehe aber hervor, dass die Bundesministerien zum Stichtag 31. Dezember 2019 lediglich rund 150.000 Masken mit dem FFP-Qualitätsstandard und 1,9 Millionen einfache OP-Masken bereitgehalten hätten. 

FDP-Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg sprach gegenüber der Zeitung von einem "Desaster bei der Versorgung mit Schutzausrüstungen". Zu Beginn der Corona-Pandemie seien gerade einmal 0,04 Prozent des Jahresbedarfs an Masken vorrätig gewesen. 

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 13. Juni 2020 um 03:00 Uhr.

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