Der neue Inspekteur der Marine, Christian Kaack. | Bundeswehr

Schönbach-Nachfolge Kaack wird neuer deutscher Marinechef

Stand: 28.02.2022 19:21 Uhr

Der bisherige Flotten-Befehlshaber Jan Christian Kaack wird neuer Chef der Deutschen Marine. Er folgt auf den im Januar wegen Äußerungen im Ukraine-Konflikt zurückgetretenen Admiral Schönbach.

Nach dem Eklat um Marine-Chef Kay-Achim Schönbach bekommen die deutschen Seestreitkräfte einen neuen Chef. Der bisherige Befehlshaber der Flotte, Jan Christian Kaack, soll den Posten übernehmen, wie die Marine mitteilte. Der 59-Jährige solle am Freitag in das Amt eingeführt werden.

Schönbach war im Januar zurückgetreten. Grund waren Äußerungen, in denen er Verständnis für die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte. Er hatte den damals noch befürchteten russischen Einmarsch in der Ukraine als "Nonsens" bezeichnet. Zudem äußerte Schönbach sich zu Russlands Annexion der ukrainischen Krim 2014: "Die Krim-Halbinsel ist verloren, sie wird niemals zurückkehren."

Führungserfahrungen auf Schnellbooten, Zerstörern und Fregatten

Kaack betonte am Montag den Wert der Solidarität in der NATO: "Wir haben bereits seit Längerem unsere Präsenz in der Ostsee erhöht, um damit ein deutliches Zeichen für unsere Bündnissolidarität zu setzen."

In seiner Karriere hat Kaack laut Marine Führungserfahrungen auf Schnellbooten, Zerstörern und Fregatten gesammelt. Zudem war er Referatsleiter im Bundesverteidigungsministerium.

Marine schickt Schiffe aus Kiel zur Verstärkung in die Ostsee

Am Montag entsandte die Marine weitere Schiffe in die Ostsee. Wie die Einsatzflottille 1 am Montag mitteilte, haben am Nachmittag die Minenjagdboote "Sulzbach-Rosenberg" und "Homburg", das Minensuchboot "Siegburg" und der Tender "Elbe", ein Versorgungsschiff, den Marinestützpunkt Kiel verlassen, um die NATO-Nordflanke zu verstärken. Zusätzlich machten sich am Vormittag die Minenjagdboote "Datteln" und "Fulda" auf den Weg.

"Aktueller Anlass dieser Maßnahmen ist die im Moment zugespitzte Russland-Ukraine-Krise und die verstärkte Bedrohung, die insbesondere Deutschlands Partner in Osteuropa wahrnehmen", erklärte die Marine. Bereits am Samstag hatten sich die Korvette "Erfurt" aus Wilhelmshaven und das Flottendienstboot "Alster" aus Eckernförde auf den Weg gemacht.

"Die Verstärkung der Aktivitäten an der Nordflanke sind ein konkreter Ausdruck der Deutschen Marine für die enge Verbundenheit mit ihren Bündnispartnern", heißt es in der Mitteilung. "Unsere Alliierten und Bündnispartner können darauf vertrauen, dass die Deutsche Marine ihren Beitrag zur Stärkung der Einsatz- und Verteidigungsbereitschaft der NATO leistet."

Über dieses Thema berichtete NDR1 Welle Nord am 28. Februar 2022 um 18:00 Uhr.