US-Außenminister Blinken und Bundesaußenminister Maas

Erklärung der USA und Deutschlands Neue Initiative gegen Holocaust-Leugnung

Stand: 24.06.2021 17:37 Uhr

Die USA und Deutschland wollen gemeinsam sicherstellen, dass auch künftige Generationen die Wahrheit über den Holocaust erfahren. Die Außenminister beider Staaten unterzeichneten dafür in Berlin eine entsprechende Erklärung.

Deutschland und die USA wollen die Leugnung des Holocaust künftig entschiedener bekämpfen. Außenminister Heiko Maas und sein amerikanischer Amtskollege Antony Blinken unterzeichneten am Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden Europas eine entsprechende Erklärung. Sie sieht unter anderem eine Holocaust-Konferenz Ende des Jahres vor, die Auftakt sein soll für weitere Beratungen zum Thema. Vorbereitet wird das Treffen von den Außenministerien beider Länder, dem Holocaust Memorial Museum in Washington und der deutschen Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Beide Länder sehen es laut Erklärung als gemeinsame Pflicht an, "alles in unserer Macht Stehende zu tun, um dafür zu sorgen, dass künftige Generationen die Wahrheit über den Holocaust erfahren, und um durch unser Handeln zu verhindern, dass solch schreckliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit je wieder geschehen". Unter anderem soll dafür die Bildungsarbeit zum Thema verbessert werden.

"Allmählicher Abstieg in die Dunkelheit"

Blinken, dessen Stiefvater die NS-Vernichtungs- und Konzentrationslager Treblinka, Majdanek, Dachau und Auschwitz überlebt hat, erklärte, es sei wichtig zu verstehen, dass der Holocaust "kein steiler Absturz, sondern ein allmählicher Abstieg in die Dunkelheit" gewesen sei. Während der Corona-Pandemie etwa zeige sich im Internet eine solche Zunahme bei der Verbreitung antisemitischer Inhalte und der Leugnung des Holocaust.

Maas betonte, erinnerungspolitisch stehe man jetzt vor großen Herausforderungen: Da es bald keine Zeitzeugen mehr geben werde, müsse man neue Wege des Erinnerns finden. "Dies schulden wir den Ermordeten und den Überlebenden", betonte er.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Juni 2021 um 18:00 Uhr.