Flugzeug der russischen Airline Aeroflot | dpa

Ukraine-Krieg Deutschland sperrt Luftraum für russische Flüge

Stand: 27.02.2022 17:04 Uhr

Wegen des Krieges in der Ukraine ist der deutsche Luftraum seit dem Nachmittag für alle russischen Flüge gesperrt. Humanitäre Hilfsflüge sind nach Angaben der Bundesregierung ausgenommen. Weitere Länder haben ähnliche Schritte angekündigt.

Als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine hat Deutschland seinen Luftraum seit dem Nachmittag für alle russischen Flüge gesperrt. Die Regelung, die zunächst für drei Monate geplant ist, greift nach Angaben der Bundesregierung nicht bei humanitären Flügen oder Notfällen.

EU-Beamten zufolge ist es wahrscheinlich, dass russische Maschinen künftig nirgendwo mehr in der Union landen oder starten dürfen. Ein entsprechender Vorschlag sei in Arbeit.

Eine Sprecherin von Wissing hatte bereits gestern angekündigt, dass Deutschland diesen Schritt gehen werde, jetzt folgte der Vollzug. Zuvor hatten bereits Bulgarien, Polen, Tschechien, die baltischen Staaten und Slowenien russische Flugzeuge aus ihrem Luftraum verbannt.

Weitere Länder ziehen nach

Inzwischen zogen Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, die Niederlande, Finnland, Schweden, Dänemark, Island, Portugal und Österreich nach. Die österreichische Klimaschutz- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler schrieb auf Twitter, solche Maßnahmen seien am wirksamsten, wenn die Europäische Union geeint vorgehe. Deshalb sei es wichtig, rasch die notwendigen Beschlüsse zu fassen.

Kurz darauf schloss sich auch Kanada an. "Wir werden Russland für seine unprovozierten Angriffe auf die Ukraine zur Rechenschaft ziehen", teilte Transportminister Omar Alghabra per Twitter mit. Kanadas Luftraum gilt wegen seiner flächenmäßigen Größe als bedeutend und wird oft für Überflüge aus Europa in die USA benutzt.

Russland sperrt Luftraum ebenfalls

Russland hatte am Samstag im Gegenzug die Sperrung seines Luftraums für baltische und slowenische Maschinen verkündet. Bulgarische, polnische und tschechische Flugzeuge hatten bereits keinen Zutritt mehr. Auch britische Flugzeuge dürfen Russland nicht mehr überfliegen, nachdem London die russische Airline Aeroflot ausgesperrt hatte. Moskau unterstrich, dass die Beschränkungen auch für Transitflüge durch den russischen Luftraum gelten.

Maschinen aus Westeuropa fliegen etwa auf dem Weg nach Japan oder Südkorea normalerweise über Russland. Die Unternehmen müssen sich nun andere Routen suchen, die mit längeren Flugzeiten und höherem Spritverbrauch verbunden sein dürften.

Fluggesellschaften meiden ukrainischen Luftraum

Flüge der deutschen Lufthansa sollen Russland künftig südlich umfliegen, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. In der Nacht zum Sonntag waren bereits zwei Passagierjets der Lufthansa umgekehrt und nach Deutschland zurückgeflogen. Heute wurde eine Verbindung nach Seoul umgeplant und fünf Flüge von Frankfurt und München zu russischen Zielen gestrichen. Eine genaue Anzahl betroffener Passagiere nannte die Fluggesellschaft nicht.

Auch im ukrainischen Luftraum stellen die ersten internationalen Fluggesellschaften ihre Flüge in und über der Ukraine ein. So meidet die Fluggesellschaft Norwegian vorerst den ukrainischen Luftraum. Auch die niederländische Fluggesellschaft KLM hatte am Wochenende mitgeteilt, ihre Flugverbindungen in die Ukraine einzustellen. Die Entscheidung sei aufgrund einer "umfassenden Analyse der Sicherheitslage" getroffen worden, hieß es.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Februar 2022 um 13:00 Uhr.