Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs | Bildquelle: dpa

Mordfall Lübcke Haft gegen mutmaßlichen Waffenverkäufer aufgehoben

Stand: 15.01.2020 16:25 Uhr

Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke hat der BGH den Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Komplizen des Täters aufgehoben. Er soll dem Hauptverdächtigen die Tatwaffe besorgt haben.

Der Bundesgerichtshof hat im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke den Haftbefehl gegen einen von zwei mutmaßlichen Komplizen des Hauptverdächtigen Stephan E. aufgehoben. Elmar J. saß in Untersuchungshaft, weil er die Tatwaffe an Stephan E. verkauft haben soll.

Elmar J.s Anwalt Ashraf Abouzeid erklärte gegenüber WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung, dass sein Mandant aufgrund der Sechs-Monats-Frist entlassen wurde. Eine Untersuchungshaft darf per Gesetz nur unter besonderen Voraussetzungen länger als sechs Monaten dauern.

Eine schriftliche Begründung des BGH liege ihm nicht vor. Diese solle in der kommenden Woche nachgereicht werden. Sein Mandant sei jedenfalls ab sofort auf freiem Fuß und müsse sich auch nicht bei der Polizei melden. Der Haftbefehl sei ohne mündliche Verhandlung aufgehoben worden. Wie das Verfahren für Elmar J. weitergeht, wird sich erst aus der Begründung des BGH ergeben.

Lübcke aus nächster Nähe erschossen

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni tot auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen gefunden worden. Laut Obduktion wurde der 65-Jährige mit einer Kurzwaffe aus nächster Nähe erschossen.

Der früher als Neonazi bekannte Stephan E. soll nach bisherigen Ermittlungen der Schütze sein. Er legte ein umfassendes Geständnis ab, das er später aber widerrief. Unklar ist, ob es einen weiteren Täter gab. Stephan E. selbst bezichtigte jüngst einen Komplizen des Mordes.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Januar 2020 um 16:00 Uhr.

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