Mutter von zwei Kindern arbeitet am Laptop | Bildquelle: dpa

Lohnfortzahlungen wegen Corona Auch CDU will Hilfen für Eltern verlängern

Stand: 18.05.2020 08:06 Uhr

Vehement hatte die SPD zuletzt eine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern in der Corona-Krise gefordert, nun ist dazu offenbar auch der Koalitionspartner bereit. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sprach von einer notwendigen Hilfe.

Sozialminister Hubertus Heil, Familienministerin Giffey und auch SPD-Chefin Saskia Esken: Mit Nachdruck hatten sich führende SPD-Politiker für eine Anschlussregelung für die auslaufende Lohnfortzahlung bei geschlossenen Kitas und Schulen eingesetzt. Jetzt scheinen sie Gehör beim Koalitionspartner zu finden.

Bezugsdauer von zehn Wochen?

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sprach sich dafür aus, auch künftig eine Lohnfortzahlung zu gewähren. Diese Hilfe solle bis zum Ende des Jahres fortgesetzt und die Bezugsdauer von sechs auf zehn Wochen erhöht werden, sagte Kramp-Karrenbauer der "Saarbrücker Zeitung".

Eltern hatten seit 30. März für sechs Wochen lang einen Anspruch darauf, vom Staat 67 Prozent des entgangenen Nettoeinkommens zu erhalten - bis zu einer Grenze von 2016 Euro im Monat. Für manche wären die Zahlungen damit jetzt erschöpft. Kramp-Karrenbauer sagte der Zeitung: "Was Familien derzeit leisten, ist enorm und hat meinen vollen Respekt."

Zugleich zeigte sich die Parteichefin besorgt über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gleichberechtigung. "Wenn es hart auf hart kommt, lastet meist mehr Druck auf Frauen." Es dürfe daher nicht sein, "dass Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung dadurch nun Nachteile haben."

Merkel spricht mit Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden

Das Thema Lohnfortzahlung für Eltern wird auch heute bei einem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel mit Vertretern von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden eine Rolle spielen. Die Lohnersatzleistung wird von Bund und Ländern je zur Hälfte finanziert, was einige Länder kritisieren. Sozialminister Heil betonte gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio, es sei allerdings noch die Frage, wer die Kosten trage." Am Ende dürfen die Eltern nicht die Leidtragenden sein, deshalb engagiere ich mich für eine Fortführung", so Heil.

Auch CDU will Familien in Corona-Krise helfen
Uwe Lueb, ARD Berlin
18.05.2020 09:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Mai 2020 um 06:00 Uhr.

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