Gerhard Trabert | dpa

Wahl des Bundespräsidenten Linke nominiert Sozialmediziner Trabert

Stand: 09.01.2022 21:13 Uhr

Die Wiederwahl von Bundespräsident Steinmeier gilt als so gut wie sicher - dennoch stellt die Linkspartei nun einen eigenen Kandidaten auf. Man werde den Sozialmediziner Trabert nominieren, teilte die Partei mit.

Nachdem sich nach SPD und FDP auch Grüne und die Union für eine neue Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen haben, besteht an dessen Wiederwahl kaum ein Zweifel.

Dennoch hat die Linkspartei nun beschlossen, einen eigenen Kandidaten ins Rennen um Schloss Bellevue zu schicken. Man werde den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als Kandidaten nominieren, erklärte am Abend ein Parteisprecher und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Trabert hatte zuvor in der SZ seine Beweggründe für die Kandidatur erklärt: "Ich möchte die Kandidatur nutzen, um auf die Armut und soziale Ungerechtigkeit in diesem Land hinzuweisen, und um als Fürsprecher von Menschen aufzutreten, die zu wenig gehört werden." Zwar sei im völlig klar, dass er bei der Wahl chancenlos sei - aber vielleicht könne er mit seiner Kandidatur eine Diskussion anregen.

Engagement für die Schwächsten

Trabert engagiert sich seit langem für Obdachlose, Arme und geflüchtete Menschen und ist Gründer und Vorsitzender des Vereins "Armut und Gesundheit in Deutschland". Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte er im Wahlkreis Mainz als parteiloser Direktkandidat der Linken den Bundestag kandidiert, wurde aber nicht gewählt.

Eine offizielle Vorstellung Traberts als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant. Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die am 13. Februar zusammentritt. Die Bundesversammlung wird 1472 Mitglieder zählen - die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden.