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Gesundheitsminister in der ARD Lauterbach schließt Lockdown über Weihnachten aus

Stand: 19.12.2021 19:31 Uhr

In hohem Tempo boostern - das ist die Botschaft von Gesundheitsminister Lauterbach, um die sich anbahnende Omikron-Welle abzubremsen. Einen Lockdown über Weihnachten - so wie in den Niederlanden - schloss er im Bericht aus Berlin aus.

Europaweit wächst die Sorge vor der Omikron-Welle, in den Niederlanden gilt über die Festtage ein Lockdown. Ein Szenario auch für Deutschland? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat dies jetzt ausgeschlossen. "Nein, einen Lockdown wie in den Niederlanden vor Weihnachten - den werden wir hier nicht haben", sagte der SPD-Politiker im Bericht aus Berlin.

"Wir werden fünfte Welle bekommen"

Zugleich warnte er vor der Omikron-Variante: "Wir werden eine fünfte Welle bekommen. Wir haben eine kritische Zahl von Omikron-Infizierten überschritten - somit lässt sich diese Welle nicht mehr komplett aufhalten", ergänzte er.

Zentrale Botschaft sei, "dass wir mit einer Booster-Kampagne tatsächlich diejenigen schützen können, die sonst besonders gefährdet wären. Da wollen wir ansetzen. Das wird intensiv vorbereitet." Darüber hinaus gehe es darum, die Menschen aufzuklären, was über die Feiertage möglich ist und was nicht, sagte Lauterbach weiter.

Dahmen: Verschärfung vor Weihnachten möglich

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hält eine Verschärfung der Corona-Regeln noch vor Weihnachten für möglich. Die sich schneller verbreitende Omikron-Variante könne bedeuten, dass weitergehende Maßnahmen kurzfristig nötig würden, sagte Dahmen den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Angesprochen auf die Debatte, ob ein nationales Impfregister geschaffen werden soll, zeigte sich der SPD-Politiker Lauterbach zurückhaltend. Zwar lasse er dies derzeit prüfen, aber: "Mir geht es jetzt darum, so schnell wie möglich - unbürokratisch mit maximalem Tempo - die Booster-Kampagne und auch die Erstimpfungskampagne nach vorn zu tragen. Es kann jetzt nicht meine Aufgabe sein, eine weitere Bürokratie einzufordern."

"Kritische Infrastruktur schützen"

Lauterbach ging auch auf Befürchtungen ein, dass es wegen der Omikron-Variante zu massiven Ausfällen etwa bei Klinikpersonal, Polizei oder Feuerwehr kommen könnte. "Wir prüfen tatsächlich, wie wir die sogenannte kritische Infrastruktur schützen können, wenn es zu einer solchen Entwicklung käme. Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird. Wir tun alles, was wir können, um dies zu verhindern. Aber wir müssen vorbereitet sein." Daran arbeite er auch zusammen mit Generalmajor Carsten Breuer, dem Leiter des Krisenstabs.

Zugleich verwies er auf Krisenpläne des Robert Koch-Instituts, des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, des Bundesinnenministeriums und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Es gebe auf allen Ebenen entsprechende Pläne, die derzeit zusammengetragen würden. "Aber ich hoffe nach wie vor, dass wir es einfach mit medizinischen Mitteln abwenden können."

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 19. Dezember 2021 um 18:05 Uhr.