Eine Frau trägt Einkaufstüten | Imago A

Kosten der Corona-Krise Künstler fordern höhere Steuern für Reiche

Stand: 28.04.2021 15:28 Uhr

Angesichts der immensen Corona-Kosten haben mehr als 100 Künstler und Wissenschaftler einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel geschrieben. Sie fordern unter anderem eine Vermögensabgabe für Reiche und einen Mindeststeuersatz für Konzerne.

In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern mehr als 100 Künstlerinnen, Künstler und Intellektuelle höhere Steuern für Wohlhabende. Es habe sie bestürzt, dass Kanzlerin Angela Merkel eine Vermögensabgabe zur Finanzierung der Milliardenkosten im Kampf gegen die Corona-Pandemie strikt abgelehnt habe, schreiben sie in dem online veröffentlichten Brief, über den auch die "taz" berichtete.

"Unseres Erachtens wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Vermögenden in die Pflicht nimmt, anstatt sich der Schuldenbremse zu unterwerfen und öffentliche und soziale Ausgaben zu kürzen." Unter keinen Umständen dürften in den kommenden Jahren Geringverdiener unter Spardruck leiden.

Künstler fordern einmalige Vermögensabgabe

In Deutschland besäßen die 45 reichsten Haushalte mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung, heißt es in dem Dokument. Die sehr große sozioökonomische Ungleichheit habe sich in der Krise weiter verstärkt: "Hyperreiche sind noch wohlhabender geworden, während die finanzielle und soziale Not von finanzschwachen Gruppen sich voraussichtlich weiter vergrößern wird."

Konkret schlagen die Initiatoren eine einmalige Vermögensabgabe zur Deckung der Corona-Kosten sowie die Einführung einer Vermögensteuer vor. Außerdem sollten Erbschaften und Schenkungen effektiver besteuert und der Spitzensteuersatz angehoben werden. International solle ein Mindeststeuersatz für multinationale Konzerne eingeführt werden. "Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft sowie den sozial-ökologischen Herausforderungen der Gegenwart fordern wir Sie dazu auf, das Steuersystem umfassend zu reformieren", heißt es weiter in dem Brief.

Prominente Unterzeichner

Unterschrieben wurde der Brief unter anderem von Sängerin Annette Humpe, Schauspielerin Maren Kroymann und Schriftsteller Christoph Hein. Auch der Armutsforscher Christoph Butterwegge, Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband und die Publizistin Marina Weisband unterzeichneten - ebenso Organisationen wie Attac, Oxfam und Ortsgruppen von Fridays for Future.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. April 2021 um 01:57 Uhr.