Symbolfoto eines Einbrechers hinter einer eingeschlagenen Scheibe | Bildquelle: picture alliance / Daniel Maurer

Medienbericht Deutlich weniger Wohnungseinbrüche

Stand: 02.04.2019 09:36 Uhr

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2018 erstmals seit Jahren wieder auf unter 100.000 gesunken. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die Kriminalstatistik des Innenministers. Der Rückgang habe mehrere Gründe.

2018 hat es in Deutschland so wenige Wohnungseinbrüche gegeben wie seit 20 Jahren nicht mehr: Wie die "Welt am Sonntag" vorab berichtet, verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr gut 97.000 solcher Straftaten. Das bedeute einen Rückgang um 16,3 Prozent im Vergleich zu 2017, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die Kriminalstatistik, die Innenminister Horst Seehofer am Dienstag vorstellen will.

Für 1999 hatte die Kriminalstatistik noch 149.044 Fälle von sogenanntem Wohnungseinbruchdiebstahl ausgewiesen. Zwischen 2008 und 2015 waren die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen - bis auf 167.136. Seitdem geht die Zahl, die auch versuchte Einbrüche umfasst, wieder zurück.

In zwei Bundesländern Zahl gestiegen

In Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sanken die Zahlen demnach besonders deutlich, um mehr als ein Fünftel. Einzig das Saarland und Sachsen-Anhalt müssen einen gegensätzlichen Trend vermelden: Dort stiegen die Einbruchszahlen.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer nannte der Zeitung als Grund für den Rückgang die Verschärfung der Strafe. 2017 hatte die Bundesregierung Einbrüche in Privatwohnungen zu einem "Verbrechenstatbestand" gemacht, die Mindestfreiheitsstrafe erhöhte sich von sechs Monaten auf ein Jahr. Der abschreckende Effekt habe damit zugenommen, sagte Mäurer dem Blatt. Außerdem rüsteten immer mehr Eigentümer ihre Sicherheitstechnik auf.

Warnung vor "Jo-Jo-Effekt"

Gleichzeitig verzeichneten Versicherungen auch weniger Einbruchsschäden, berichtet die Zeitung. "Die Entschädigungsleistung ging um rund 14 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück", sagte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Wolfgang Weiler, der "Welt am Sonntag". Weniger als im vergangenen Jahr mussten die Versicherer demnach das letzte Mal 2007 für Einbrüche aufwenden.

Bei der ohnehin niedrigen Aufklärungsquote hat sich laut Bericht allerdings nur wenig getan: Sie verbesserte sich nur leicht von 17,8 Prozent im Jahr 2017 auf 18,1 Prozent 2018. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, warnte zudem vor einem "Jo-Jo-Effekt". "Der Rückgang der Fallzahlen führt in vielen Bundesländern dazu, dass das Personal zur Bekämpfung des Wohnungseinbruches wieder reduziert wird", sagte er der Zeitung. Das berge die Gefahr, dass die Fallzahlen künftig wieder ansteigen könnten, weil der Verfolgungsdruck fehle.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. März 2019 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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