Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: dpa

Diskussion in der Union AKK und die K-Frage

Stand: 04.01.2019 09:30 Uhr

Gewählt wird erst 2021 - aber schon jetzt diskutiert die Union über die K-Frage. Heißeste Anwärterin ist die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Doch ihre Widersacher haben nicht aufgegeben: Entschieden sei noch nichts.

Ihre Umfragewerte sind gut, doch um die Unterstützung in der eigenen Partei muss die neue CDU-Chefin weiter kämpfen. "Frau Kramp-Karrenbauer hat mir ihrer Erfahrung als Ministerpräsidentin alle Voraussetzungen, später mal Kanzlerin zu werden. Aber entschieden ist noch gar nichts, es wäre auch zu früh", sagte der bayerische Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer der "Bild"-Zeitung.

Kreuzer unterstrich, dass die künftige Spitzenkandidatur der Union eine gemeinsame Entscheidung von CDU und CSU sein müsse. "Vor allem wenn es einen gemeinsamen Unions-Kanzlerkandidaten geben soll, wovon natürlich alle ausgehen, muss das Thema zu gegebener Zeit mit der CSU diskutiert werden. Ein Automatismus wird der Bedeutung nicht gerecht. Bei beiden Parteien werden letzten Endes deren Gremien entscheiden müssen", sagte Kreuzer.

Brinkhaus stellt sich hinter Kramp-Karrenbauer

Mit seinen Äußerungen befeuert Kreuzer eine Debatte, die Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit einem Interview losgetreten hatte. Im "Stern" hatte er über eine mögliche Kanzlerkandidatur von Annegret Kramp-Karrenbauer gesagt: "Man wird sich zum gegebenen Zeitpunkt verständigen." Das wurde als abermalige Spitze gegen Kramp-Karrenbauer verstanden. Bereits vor dem CDU-Parteitag im Dezember hatte sich Schäuble klar für Friedrich Merz als Nachfolger von Angela Merkel ausgesprochen.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus stärkte Kramp-Karrenbauer dagegen den Rücken. "Es ist absolut klar, dass sie den ersten Zugriff hat", sagte der Christdemokrat dem "Focus". "Wer sich von der CDU tatsächlich für das Kanzleramt bewerben wird, hängt aber vom Momentum ab, wenn die Kandidatur ansteht", schränkte er ein.

Merz stärker einbinden?

Seit dem knappen Ausgang der Wahl fordern die Anhänger von Merz, den früheren Unionsfraktionschef politisch stärker einzubinden. Er hatte signalisiert, sich ein Ministeramt vorstellen zu können. Dabei war er von Kramp-Karrenbauer ausgebremst worden. Sie habe durchgezählt und festgestellt, dass das Kabinett "vollzählig" sei. Sie fügte hinzu: "Es gibt da also für die Kanzlerin keinen Handlungsbedarf."

Kanzlerin Merkel will bis zur Wahl 2021 an der Regierungsspitze bleiben und sich danach nicht wieder zur Wahl stellen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Januar 2019 um 07:26 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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