Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs | Bildquelle: dpa

Anklage gegen Deutsche IS-Anhängerin soll Kind versklavt haben

Stand: 28.12.2018 14:20 Uhr

Der Generalbundesanwalt hat Anklage gegen eine deutsche IS-Anhängerin wegen eines Kriegsverbrechens im Irak erhoben. Jennifer W. soll mit ihrem Mann ein Mädchen als Sklavin gehalten und getötet haben.

Die Bundesanwaltschaft hat eine mutmaßliche deutsche IS-Anhängerin wegen der Tötung eines Kindes angeklagt. Der 27-jährigen Jennifer W. wird zur Last gelegt, gemeinsam mit ihrem Ehemann im Irak ein als Sklavin gehaltenes Mädchen angekettet und qualvoll verdurstet haben zu lassen.

Die Frau sei "hinreichend verdächtig", als IS-Anhängerin aus niedrigen Beweggründen einen Menschen grausam getötet und damit ein Kriegsverbrechen begangen zu haben, erklärte die Karlsruher Behörde.

Gekauft, versklavt, getötet

Die junge Frau hatte sich demnach ab September 2014 im Irak aufgehalten. Im Sommer 2015 sollen sie und ihr Mann das kleine Mädchen gekauft und versklavt haben. Als das Kind krank wurde und deswegen ins Bett machte, kettete der Mann das Mädchen laut Anklage draußen an und ließ es unter sengender Sonne verdursten. "Die Angeschuldigte ließ ihren Mann gewähren und unternahm nichts zur Rettung des Mädchens", heißt es in der Mitteilung der Ermittler.

Der Mann sei kein deutscher Staatsangehöriger, sagte eine Sprecherin der Behörde; er halte sich auch nicht in Deutschland auf. Seine Frau jedoch wurde Ende Januar 2016 in der Türkei festgenommen und nach Deutschland abgeschoben. Im Juni dieses Jahres wurde sie dann beim Versuch einer erneuten Ausreise Richtung Syrien in Bayern festgenommen. In dem Fall erwirkte der Generalbundesanwalt nach umfangreichen Ermittlungen im Juli den ersten Haftbefehl überhaupt gegen eine deutsche IS-Anhängerin nach der Rückkehr aus dem Mittleren Osten.

Die Frau wohnte zuletzt im niedersächsischen Vechta. Sollte ein Prozess eröffnet werden, würde er in München über die Bühne gehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 28. Dezember 2018 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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