Soldaten des Logistikbataillons 171 fahren einen Schützenpanzer vom Typ Marder von einem Zug in Altengrabow, Sachsen-Anhalt (Archivbild 2019). | dpa

Krieg gegen die Ukraine "Marder" in drei Wochen lieferbereit

Stand: 10.05.2022 11:06 Uhr

Lange hatte die Bundesregierung gezögert, nun soll es doch schwere Waffen für die Ukraine geben. Wie die SZ berichtet, könnte der Rüstungskonzern Rheinmetall die ersten Schützenpanzer vom Typ "Marder" schon in drei Wochen liefern.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall kann nach Angaben seines Firmenchefs Armin Papperger erste "Marder"-Schützenpanzer schon bald ausliefern: "Wir könnten zum Beispiel mittelfristig insgesamt 100 "Marder" zur Verfügung stellen, die ersten wären in drei Wochen fertig", sagte Papperger in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Rheinmetall habe bereits vor vier Wochen mit der Aufarbeitung der Panzer begonnen, obgleich es noch keinen konkreten Auftrag gebe. "Wir warten auf die Entscheidung der Bundesregierung. Aber es gibt derzeit genügend Länder, die diese Fahrzeuge haben wollen, nicht nur die Ukraine", so der Konzernchef.

Bestandsliste nach Zeitenwende-Rede

Nach der Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar, in der dieser unter dem Eindruck des russischen Einmarsches in die Ukraine ein 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr angekündigt hatte, habe Rheinmetall auf Anfrage des Verteidigungsministeriums eine Liste der Bestände gemeldet.

"Auf der Liste stehen 66 Positionen, unter anderem auch Marder und Leopard 1, die mal an die Bundeswehr ausgeliefert wurden und später von Rheinmetall zurückgekauft wurden." Diese Fahrzeuge würden derzeit aufbereitet, so Papperger.

Ringtausch mit Tschechien

Die Bundesregierung will inzwischen auch schwere Waffen an die Ukraine liefern. Deutschland und Tschechien arbeiten derzeit an einem Ringtausch. Dabei soll Tschechien schwere Waffen russischer Bauart an die Ukraine liefern, während es von Deutschland Hilfe beim Ersatz mit modernen westlichen Waffen bekommt.

Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala erklärte, der Ringtausch sei vorteilhaft sowohl für die Ukraine als auch für Tschechien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. April 2022 um 08:42 Uhr.