Eine Frau bereitet eine Spritze mit einer Dosis des Impfstoffs von Moderna vor. | picture alliance/dpa

Impfen gegen Coronavirus STIKO empfiehlt Boostern nach drei Monaten

Stand: 21.12.2021 14:51 Uhr

Aus Sorge vor der Omikron-Variante rät auch die Ständige Impfkommission zu einer früheren Corona-Drittimpfung. Sie empfiehlt das Boostern nun bereits nach drei Monaten. Bisher hatte das Gremium nach sechs Monaten zu der Auffrischung geraten.

Angesichts der drohenden raschen Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlung für die Auffrischungsimpfung angepasst. Sie sollte laut Gremium bereits drei Monate nach der vollständigen Impfung erfolgen.

Diese neue Empfehlung gelte ab sofort für alle Erwachsene, teilte die STIKO mit. Es sei damit zu rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen hierzulande "innerhalb kürzester Zeit" bestimmen werde, hieß es zur Begründung. Die dritte Impfung solle vor einer möglichen schweren Erkrankung schützen und das Risiko, das Virus zu übertragen, verringern.

Impfschutz nimmt nach drei bis vier Monaten ab

Die Experten warnten unter Berufung auf aktuelle Daten, dass die Grundimmunisierung durch die erste beziehungsweise die ersten beiden Impfungen gegenüber der Omikron-Variante wohl deutlich geringer sei als gegenüber den zuvor bekannten Varianten des Erregers. Der Impfschutz beginne bereits nach drei bis vier Monaten signifikant nachzulassen. Durch die dritte Impfung steige die Schutzwirkung aber wieder deutlich an. Wie lange diese anhalte, könne zurzeit aber noch nicht belegt werden.

BioNTech/Pfizer und Moderna "gleichwertig"

Die STIKO rief dazu auf, dass ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankung bei der Booster-Impfung Vorrang haben sollten. Die für die Auffrischungsimpfung vorgesehenen Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna seien dabei völlig gleichwertig in ihrer Wirksamkeit.

Bereits bei ihrer ersten Empfehlung von Mitte November hatte die STIKO dazu geraten, Risikogruppen beim Boostern vorzuziehen. Ansonsten solle die Auffrischung bei Erwachsenen nach sechs Monaten erfolgen, riet das Gremium damals. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate konnte "im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden".

Auch EMA rät zu kürzeren Abstand zwischen Impfungen

Vor der STIKO hatte vor rund anderthalb Wochen auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) dazu geraten, die Auffrischungsimpfung vorzuziehen und nach drei Monaten zu verabreichen.

Auch einige Bundesländer wollen das frühere Boostern ermöglichen. Am Montag hatte Berlin angekündigt, den Abstand zwischen vollständiger und dritter Impfung wenn möglich auf drei Monate zu verkürzen. In Baden-Württemberg hatte die Landesregierung zwischenzeitlich sogar einen Abstand von nur vier Wochen angepeilt, diese Pläne aber kurz darauf wieder zurückgezogen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2021 um 14:00 Uhr.