SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil

Generalsekretär Klingbeil SPD-Vorsitz ist ein "reizvolles Amt"

Stand: 03.11.2021 07:06 Uhr

SPD-Generalsekretär Klingbeil gilt in seiner Partei als potenzieller nächster Co-Vorsitzender. Klingbeil sieht das als Ehre - ohne aber deutlicher zu werden. Eine Vorentscheidung über die Personalie soll offenbar am Montag fallen.

Nach der Rückzugsankündigung von SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans hat Generalsekretär Lars Klingbeil eine Kandidatur für die Übernahme des Parteivorsitzes nicht ausgeschlossen. "Es ehrt mich sehr, dass mein Name für die Aufgabe des SPD-Vorsitzenden genannt wird", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Expliziter wurde Klingbeil nicht.

"Der Vorsitz ist ein sehr wichtiges, traditionsträchtiges und reizvolles Amt, in dem man viel bewegen kann", sagte er auf die Frage, ob es für ihn attraktiver wäre, Parteichef zu werden oder ein Ministeramt zu übernehmen. Auf die Option Ministeramt ging er nicht ein.

"Doppelspitze hat sich bewährt"

An der der Führung der SPD durch eine Doppelspitze will Klingbeil festhalten. Sie habe sich bewährt, sagte er dem RND. "Als wir sie als Möglichkeit eingeführt haben, stand die SPD ganz anders da als heute. Zwei Vorsitzende, die im Team arbeiten, tun der SPD gut", so der Generalsekretär.

Die Neuwahl der Parteispitze steht auf einem regulären Bundesparteitag am zweiten Dezember-Wochenende an. Noch-Co-Parteivorsitzender Walter-Borjans, der die SPD seit 2019 mit Saskia Esken führt, tritt nicht erneut an. Das hatte er am vergangenen Freitag bekanntgegeben. Im Hinblick auf die Regelung seiner Nachfolge sagte er: "Wir werden die Nachfolge unaufgeregt und in enger Abstimmung miteinander klären, so wie wir auch zwei Jahre lang miteinander gearbeitet haben." Ein Vorschlag solle schnell unterbreitet werden.

Vorentscheidung wohl am Montag

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet mit Verweis auf Parteikreise, dass eine Vorentscheidung über den Parteivorsitz am kommendem Montag fallen solle. Der Parteivorstand wolle dann einen Personalvorschlag für die Doppelspitze beschließen. Dies sei in einer Schaltkonferenz des Vorstandes am Montagabend vereinbart worden. Co-Parteichefin Esken habe erklärt, sie wolle sich bis dahin entscheiden, ob sie erneut kandidiere.

Walter-Borjans hatte in diesem Zusammenhang von den Möglichkeiten eines kompletten Wechsels oder eines "Fortbestands einer halben Kontinuität" gesprochen - also mit einem neuen Kandidaten oder einer neuen Kandidatin neben Esken. Esken gilt als Anwärterin für ein Ministeramt. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hatte Esken aufgefordert, auf den Vorsitz zu verzichten, sollte sie ein Ministerinnenamt anstreben.

Auch Klingbeil ist als möglicher Minister im Gespräch. In der Partei rechnen allerdings auch viele damit, dass er für den Parteivorsitz antritt. Der Generalsekretär gilt als Pragmatiker, pflegt aber ebenso ein enges Vertrauensverhältnis mit Parteilinken wie Parteivizechef Kevin Kühnert. Im Gespräch als weibliche Co-Parteichefin ist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2021 um 09:00 Uhr.