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Söder im tagesthemen-Interview "2G wird so oder so kommen"

Stand: 10.08.2021 22:02 Uhr

Ganz zufrieden mit den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde sei er nicht, sagt Bayerns Ministerpräsident Söder in den tagesthemen. Es sei ein "Ergebnis auf Sicht". Der Druck auf Ungeimpfte dürfte seiner Ansicht nach steigen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich im tagesthemen-Interview mit den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde "nicht ganz" zufrieden. Es sei ein "Ergebnis auf Sicht", das wohl auch der Tatsache geschuldet sei, dass "der eine oder andere in Sorge ist, dass man vor der Bundestagswahl nichts Abschließendes entscheiden will", sagte Söder mit Blick auf die jetzt geltende 3G-Regelung, also Freiheiten für Geimpfte, Geteste und Genesene.

Söder machte deutlich, dass eine Debatte über Zugänge nur für Geimpfte und Genesene (2G) wohl bald folgen dürfte. Viele Institutionen wie Fußballvereine, Hotels und Clubs würden bereits jetzt nur noch für vollständig Geimpfte öffnen. "Das ist die Realität. Das wird auch noch stärker werden", vor allem wenn die Inzidenz wieder hochschnelle, so Söder. "2G wird so oder so ab einem bestimmen Zeitpunkt kommen. Mir wäre es lieber jetzt ehrlich darüber zu reden, als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl."

"Wiederherstellung der Rechte von Geimpften"

Es sei wichtig, klarzumachen: "Wer auf Dauer wirklich Normalität wieder will, der muss sich impfen lassen." Mit Tests alleine "werden wir die 4. Welle nicht lösen können“, sagt der Ministerpräsident weiter, "denn wir wollen ja eigentlich unsere Freiheit zurück". Darüber hinaus gehe es nicht um die Nachteile von Ungeimpften, sondern um die "Wiederherstellung der Rechte von Geimpften".

Einen Lockdown für Geimpfte könne es auch aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht mehr geben. Vollständig Geimpfte und Genese seien schon jetzt etwa bei der Testpflicht oder Kontaktbeschränkungen ausgenommen.

Söder: Entscheidung gegen Impfung hat Konsequenzen

Es sei jedoch auch wichtig, "klarzumachen, dass Impfen eine freiwillige Entscheidung bleibt", aber sie habe Konsequenzen. Der Steuerzahler könne nicht auf Dauer für die "immensen Kosten" von Tests aufkommen. "Wer sich entscheidet, nicht geimpft zu werden, der muss diese Entscheidung ein Stück weit auch selbst tragen."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. August 2021 um 22:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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Gassi 11.08.2021 • 00:08 Uhr

Test-Mumpitz

Die MP-Gutsherren haben recht, dass mit Testen die Inzidenz nicht in den Griff zu bekommen ist. Impfen hilft JEDEM. Man mache schlicht die Rechnung auf: AZ hat ein Risiko von 3ppm (Verdachtsfälle). Im schlechtesten Fall mögen es 10 ppm sein. Demgegenüber steht eine Sterblichkeit eines Infizierten von bis zu 5%. Rechnen wir im besten Fall mit 1%, also 10 Promille. Dann ist das Sterberisiko mindestens 1000mal höher bei Ungeimften versus einer Impfung. Diese Größenordnung findet man ähnlich auch bei der Masern-Impfung. Wie b..d muss man sein, ein solches Risiko blindlings einzugehen? Weg mit ALLEN Maßnahmen für ALLE. Egal wie die Inzidenzen hochschnellen, die Lösung des Problems hat JEDER in der eigenen Hand. Man könnte die Impfbereitschaft auch über einen erhöhten Krankenkassenbeitrag regeln - analog zu den Autoversicherungen, wo erhöhtes Risiko (zB Fahr-Anfänger) ja auch deutlich mehr kostet. Aufhören mit den Einschränkungen: andere Länder machen es erfolgreich vor!