Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während einer Übung | dpa

Bericht aus Berlin Klingbeil fordert von Rüstungsindustrie mehr Tempo

Stand: 27.11.2022 19:38 Uhr

SPD-Chef Klingbeil setzt die Rüstungsindustrie in Deutschland unter Druck. Angesichts des massiven Munitionsmangels müssten Kapazitäten mit hoher Geschwindigkeit ausgebaut werden, sagte Klingbeil im Bericht aus Berlin. Zur Not müsse man bei anderen NATO-Ländern Munition einkaufen.

100 Milliarden Euro stehen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung. Doch die Beschaffung neuer Ausrüstung kommt nur langsam voran. Die Bundeswehr leidet vor allem unter einem dramatischen Munitionsmangel, weil jahrelang zu wenig bestellt wurde. Im Kriegsfall würde der Bundeswehr einem Medienbericht zufolge innerhalb von zwei Tagen die Munition ausgehen. Das berichtete das Magazin "Business Insider" unter Verweis auf übereinstimmende Angaben von Vertretern der Rüstungsindustrie, Experten und Verteidigungspolitikern im Bundestag.

"Hohe Verantwortung"

SPD-Chef Lars Klingbeil betonte im Bericht aus Berlin, dass jetzt mit Tempo daran gearbeitet werden müsse, mehr Munition zu beschaffen und die Bundeswehr besser auszurüsten. Man habe hier eine "hohe Verantwortung", dass die Soldaten auf ihren Einsätzen besser ausgerüstet seien.

In den vergangenen Wochen sei bereits mehr Munition produziert worden, doch diese sei eins zu eins in die Ukraine gegangen, so Klingbeil weiter. Es müsse nachbestellt werden. Eigentlich habe er erwartet, dass die Rüstungsindustrie mit Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar und der Rede von Kanzler Olaf Scholz bereits ihre Kapazitäten ausbaue und nicht erst darauf warte, was die Politik tue.

Notfalls bei NATO-Ländern einkaufen

Mit dem Haushaltsbeschluss sei das Geld nun da. Zuletzt hatte die Bundesregierung erklärt, dass Deutschland Munition für 20 Milliarden Euro kaufen müsse. Die Rüstungsindustrie müsse die Kapazitäten jetzt mit großer Geschwindigkeit aus sicherheitspolitischem Interesse ausbauen. Und wenn sie das nicht hinbekomme, müsse man schauen, ob man bei anderen NATO-Ländern einkaufe, so Klingbeil.

Er versicherte, dass Ausrüstung wie Unterwäsche, Schutzwäsche, Rucksäcke und anderes vor Wochen bestellt worden sei. Dies befände sich "im Zulauf" und sei Ende des Jahres da. Viele würden denken, man habe einen großen Schrank, da sei alles drin und man könne es bei Bedarf herausholen. Dem sei aber nicht so, es müsse alles neu produziert werden.

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 27. November 2022 um 18:00 Uhr.

Über dieses Thema berichtete Bericht aus Berlin am 27. November 2022 um 18:00 Uhr.