Badegäste unter Sonnenschirmen an einem Strand auf der Insel Mallorca | dpa

Corona-Pandemie Reiseregeln sollen gelockert werden

Stand: 20.02.2022 19:18 Uhr

Viele Menschen verreisen über Ostern. Das will die Bundesregierung laut einem Bericht vor allem für Familien erleichtern - und schon bald die Einreiseregeln lockern, die wegen der Corona-Pandemie gelten.

Die Bundesregierung will die Corona-Einreisebestimmungen noch vor dem Oster-Reiseverkehr lockern. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf einen Änderungsentwurf der Reiseverordnung aus dem Gesundheitsministerium. "Reisen für Familien wird dadurch leichter. Vorsichtig sollten sie trotzdem im Urlaub sein", sagte Gesundheitsminister Lauterbach dem Blatt. Der Entwurf soll dem Bericht zufolge bereits am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden und am 4. März in Kraft treten. Dann beginnen in Hamburg die Frühjahrsferien.

Erleichterungen vor allem für Kinder

Vorgesehen ist demnach, dass Kinder bis zwölf Jahre bei der Rückkehr aus Hochrisikogebieten nicht mehr in Quarantäne müssen. Als Hochrisikogebiete sollen außerdem nur noch Länder eingestuft werden, in denen eine gefährlichere Coronavariante als Omikron grassiert - dies träfe etwa auf die Delta-Variante zu. Für Rückreisende aus Ländern, in denen Omikron dominiert, entfalle damit die Anmelde- und Quarantänepflicht. Ungeimpfte Kinder, die aus Gegenden zurückkehren, die dennoch weiterhin als Hochrisikogebiete gelten, sollen sich zukünftig freitesten können. Bisher gilt für sie eine Quarantänepflicht.

Nicht verändert werden soll dem Bericht zufolge die Testpflicht für alle Ungeimpften: Sie müssen bei Einreise einen negativen Test vorweisen, auch wenn sie aus Nichtrisikogebieten gekommen sind.

Bund streicht 19 Länder von Risikoliste

Schon zuvor hatte die Bundesregierung 19 Gebiete von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete gestrichen. Ab sofort sind unter anderem Spanien, die USA und Großbritannien nicht mehr auf der Liste, ebenso wie Marokko, Tunesien und Indien. Für Reisende, die aus diesen Ländern kommen, erleichtert sich die Rückkehr nach Deutschland.

So müssen sie sich vor ihrer Ankunft nicht mehr digital registrieren, die "digitale Einreiseanmeldung" also nicht mehr ausfüllen. Sie müssen jedoch weiterhin bei der Einreise ihren Impf- oder Genesenenstatus nachweisen. Menschen ab sechs Jahren, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, benötigen einen PCR- oder Antigentest, der maximal 48 Stunden alt ist.

Kein neues Hochrisikogebiet

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft wird diesmal kein Land. Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Als Hochrisikogebiete werden bislang Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Februar 2022 um 18:24 Uhr.