Emily Büning | imago stock&people

Nach Regierungsbildung Büning will Grünen-Geschäftsführerin werden

Stand: 16.12.2021 14:58 Uhr

Die derzeitige Organisationschefin der Grünen, Büning, will neue Bundesgeschäftsführerin werden. Ihre Kandidatur ist die erste für die Nachfolge von Amtsinhaber Kellner, der ins Klimaschutzministerium wechselt.

Die Grünen-Politikerin Emily Büning will neue Politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei werden. Sie werfe ihren Hut in den Ring und bewerbe sich als Politische Geschäftsführerin, teilte sie auf Twitter mit. Damit kandidiert sie als Nachfolgerin für den langjährigen Amtsinhaber Michael Kellner. "Ich werde mich dabei mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Partei der Regierung ein Anker und Antrieb ist: mit starken Werten, Ideen und Visionen", schreibt Büning in ihrem Post.

"Linke und antifaschistische Partei der Freiheit"

Büning ist 36 Jahre alt, wird dem linken Flügel der Grünen zugerechnet und arbeitet bereits seit 2012 als Organisatorische Bundesgeschäftsführerin. Dabei ist sie eher hinter den Kulissen aktiv. Sie betreut organisatorische und Verwaltungsfragen innerhalb der Bundesgeschäftsstelle, ist für deren Personal und für die Organisation von Parteitagen verantwortlich und nimmt auch an Sitzungen des Bundesvorstands teil.

"Auch in Regierungsverantwortung gilt es für uns, eine eigenständige grüne Programmatik fortzuschreiben - hin zu einer sozialgerechten, feministischen Regierungspolitik, die die Klimakrise entschieden bekämpft", schreibt Büning in ihrer Bewerbung für die Wahl beim Partetag. Die Grünen seien eine "linke und antifaschistische Partei der Freiheit". Der Bundestagswahlkampf habe gezeigt, dass es das Potenzial gebe, noch mehr Wählerinnen und Wähler für die Grünen zu gewinnen als das Wahlergebnis widerspiegelt. "Darum will ich als Politische Geschäftsführerin auf dieses Wahljahr zurückblicken und gemeinsam Erfolge, aber auch Fehler analysieren, um für die kommenden Wahlen noch besser aufgestellt zu sein."

Amtsinhaber Kellner wird Staatssekretär

Der aktuelle Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hat das Amt seit 2013 inne. Er stellt sich nicht erneut zur Wahl, sondern wechselt als Parlamentarischer Staatssekretär ins neue Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium von Robert Habeck.

Michael Kellner | dpa

Der bisherige Politische Bundesgeschäftsführer Kellner wechselt ins Klimaschutz- und Wirtschaftsministerium. Bild: dpa

Die Rolle des Politischen Bundesgeschäftsführers entspricht der des Generalsekretärs in anderen Parteien. Das beinhaltet organisatorische Aufgaben, das Management von Wahlkämpfen, aber auch den öffentlichen Auftritt als Teil der Parteispitze.

Büning ist bislang die einzige Kandidatin für die Kellner-Nachfolge. Über ihre Bewerbung hatte zunächst "Spiegel Online" berichtet. Die Wahl der neuen Bundesgeschäftsführerin soll auf dem digitalen Parteitag der Grünen Ende Januar über die Bühne gehen. Dort werden auch die neuen Vorsitzenden gewählt. Um die Nachfolge der bisherigen Vorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock bewerben sich die bisherige stellvertretende Parteichefin Ricarda Lang und der Außenpolitiker Omid Nouripour. Baerbock hat in der Ampel-Regierung das Auswärtige Amt übernommen.