Der Schriftzug "Abgeschoben/Deported" steht in Schönefeld (Brandenburg) auf einem amtlichen Stempelbild der Bundespolizei, aufgenommen am 20.02.2017. | dpa

Halbjahresvergleich Deutschland schiebt mehr Menschen ab

Stand: 10.09.2021 01:07 Uhr

Nach einem Corona-bedingten Rückgang steigt die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland wieder an. Laut einem Medienbericht wurden im ersten Halbjahr 5688 Menschen zurückgeschickt - auch nach Afghanistan.

Die Zahl der Abschiebungen hat nach einem deutlichen Rückgang in der Corona-Pandemie einem Medienbericht zufolge wieder zugenommen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien 5688 Menschen aus Deutschland abgeschoben worden, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie beziehen sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Fast ein Zehntel der Abgeschobenen wurde demnach nach Georgien gebracht - 541 Menschen. Es folgen Albanien (456), Serbien (300) und Pakistan (241). Im ersten Halbjahr hätten die Behörden zudem 140 Menschen nach Afghanistan abgeschoben.

Corona - kaum Flüge, weniger Abschiebungen

Im ersten Halbjahr 2020 waren 4616 Menschen außer Landes gebracht worden. Hauptgrund war die Corona-Pandemie, durch die die Zahl der Abschiebungen insgesamt deutlich sank. Viele Staaten schränkten den Flugverkehr stark ein und schlossen ihre Grenzen.

Die Innenexpertin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, sagte den Funke-Zeitungen, Bund und Länder würden nun "ohne Rücksicht auf die Belange der Betroffenen" wieder "mehr Menschen außer Landes schaffen".

In den Jahren 2015 bis 2019 wurden jährlich zwischen 20.000 und 25.000 Menschen aus Deutschland in ihre Herkunftsstaaten oder andere EU-Länder zurückgeschickt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2021 um 14:00 Uhr.