Eine Versuchsperson für eine Impfung gegen humane Papillomviren wird geimpft. | Bildquelle: dpa

Kassen bezahlen Behandlung HPV-Impfung nun auch für Jungen

Stand: 20.09.2018 16:19 Uhr

Krankenkassen bezahlen künftig auch für Jungen eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Diese können Krebs auslösen. Bisher zahlten die Kassen nur eine Impfung bei Mädchen.

Die meisten Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit Humanen Papillomviren (HPV). Meist bleibt die Ansteckung unbemerkt. In einigen Fällen können HPV aber auch Krebs und Genitalwarzen verursachen.

Um sich vor dem Erreger zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung im Jugendalter. Bisher wurde die von den Krankenkassen nur bei Mädchen bezahlt. Künftig übernehmen die Kassen die Kosten auch bei Jungen. Die STIKO hatte im Juni ihre Empfehlung auf beide Geschlechter erweitert.

Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr

Nun beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aus Spitzenvertretern von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken, dass die Impfkosten für alle Kinder zwischen neun und 14 Jahren von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden. Generell können Jugendliche die Impfung noch bis zum 18. Geburtstag nachholen. Auch diese Impfung wird finanziert.

Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden. Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland haben gezeigt, dass mehr als 86 Prozent der Jugendlichen in Deutschland zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs älter als 14 Jahre sind.

Verschiedene HPV-Typen

Eine Impfung kann spätere Krebsarten im Genitalbereich verhindern. HPV-Infektionen verlaufen meist symptomlos. Nach Angaben der STIKO erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 6250 Frauen und ca. 1600 Männer an HPV-bedingten Karzinomen im Bereich der Zervix, Vagina, Vulva bzw. des Penis sowie im Bereich von Anus und Oropharynx.

Es gibt verschiedene HPV-Typen mit unterschiedlichen Risiken für einzelne Erkrankungen: Infektionen mit Viren des Hochrisiko-Typs können zu Krebs führen, Niedrigrisiko-Typen sind für Genitalwarzen verantwortlich.

Laut Robert-Koch-Institut schützen HPV-Impfstoffe zu nahezu 100 Prozent vor einer Infektion.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. September 2018 um 22:44 Uhr.

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