Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch | Bildquelle: dpa

Grippewelle Krankenstand auf Zehn-Jahres-Hoch

Stand: 12.09.2018 16:17 Uhr

Wegen der heftigen Grippewelle haben sich im Februar so viele Beschäftigte krank gemeldet wie seit zehn Jahren nicht. Große Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern - und den Berufsgruppen.

Die Grippewelle hat die Fehlzeiten in den Betrieben in Deutschland auf ein Zehn-Jahres-Hoch steigen lassen. Laut einer Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) lag der Krankenstand - also der Anteil der Krankgemeldeten an allen Beschäftigten - im Februar bei 6,2 Prozent. Jeder dritte Arbeitnehmer davon fiel aufgrund eines grippalen Infekts aus.

Rheinland-Pfalz am stärksten betroffen

Im Februar wird zwar immer der höchste Krankenstand erreicht. Doch auch im Vergleich zu den vier großen Grippewellen der vergangenen zehn Jahre (2009, 2013, 2015 und 2017) liegt der diesjährige Wert laut den BKK "mit Abstand" an der Spitze. Die höchsten Krankenstände hatten demnach Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie die ostdeutschen Bundesländer. Am wenigsten von grippalen Infekten betroffen waren die Menschen in Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg.

Deutliche Unterschiede gibt es der Auswertung zufolge bei den Berufen. Insbesondere der Bereich Erziehung sowie andere soziale und hauswirtschaftliche Berufe, in denen viele Menschen aufeinandertreffen, sind besonders stark von der Grippewelle betroffen. Gleiches gilt auch für Polizei und Sicherheitsdienste sowie für die Reinigungs-, Verkehrs- und Logistikberufe, etwa Busfahrer und Postzusteller. Weniger stark betroffen sind dagegen IT-Beschäftigte, Landwirte und Künstler.

Weiterhin hoher Krankenstand

Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) war die Influenza-Aktivität in der 11. Kalenderwoche 2018 (11. bis 18. März) weiter hoch, doch scheint der Höhepunkt der Grippewelle überschritten zu sein. In der Woche seien 44.562 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt worden; in der Woche zuvor waren es knapp 46.400. Die tatsächliche Zahl liegt aber wohl deutlich höher, da bei weitem nicht in jedem Fall auf Grippe getestet wird.

Eine Frau lässt sich gegen Grippe impfen | Bildquelle: dpa
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Eine Impfung kann helfen, die Grippe zu vermeiden, selbst wenn viele Menschen im persönlichen Umfeld erkrankt sind.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. März 2018 um 20:00 Uhr.

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