Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Bildquelle: dpa

Entscheidung der FU Berlin Ministerin Giffey kann Doktortitel behalten

Stand: 30.10.2019 20:15 Uhr

Monatelang hat die Freie Universität Berlin die Doktorarbeit von Familienministerin Giffey geprüft. Nun ist klar: Die SPD-Politikerin kann ihren Doktortitel behalten - und damit auch ihren Ministerposten.

Sie hatte zurücktreten wollen, sollte die Freie Universität Berlin (FU) ihr den Doktortitel aberkennen. Auch für den SPD-Parteivorsitz bewarb sich Franziska Giffey nicht - obwohl ihr gute Chancen eingeräumt worden waren. Nun, nach monatelanger Prüfung, steht fest: Giffey kann ihren Doktortitel behalten.

Eine Rüge

Die FU teilte mit, dass das Universitätspräsidium einstimmig beschlossen habe, Giffey für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen, den ihr verliehenen Grad "Doktorin der Politikwissenschaft" aber nicht zu entziehen. Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung und einer mehrstündigen Sitzung gefallen. "Frau Dr. Giffey wurde am heutigen Mittwoch über die Entscheidung des Präsidiums informiert", teilte die FU weiter mit.

Giffey: "Nun ist Klarheit geschaffen"

Giffey reagierte erleichtert: "Mit der Entscheidung des Präsidiums ist nun Klarheit geschaffen. Meine Arbeit als Bundesfamilienministerin setze ich weiter mit großem Engagement und viel Freude fort", sagte die SPD-Politikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. Die Überprüfung der Doktorarbeit habe im Ergebnis bestätigt, dass sie den Titel zu Recht führe.

Seit Februar hatte die Universität auf Giffeys eigene Bitte hin ihre Doktorarbeit geprüft. Dabei ging es darum, ob die SPD-Politikerin abgeschrieben oder nicht korrekt zitiert hat. Plagiatsjäger der Website "VroniPlag" hatten auf Dutzende Unregelmäßigkeiten in der Arbeit hingewiesen und später festgestellt, dass sogar auf mehr als jeder dritten Seite Plagiatstext zu finden sei.

Ministerin wies bewusstes Plagiat immer zurück

Die FU kam nun zu dem Schluss, dass es in der Dissertation zwar Mängel gebe, dass das Gesamtbild der festgestellten Mängel die Entziehung des Doktorgrades aber nicht rechtfertige. Die Ministerin hatte ein bewusstes Plagiat immer zurückgewiesen und gesagt, sie habe die Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.

Die SPD-Politikerin hatte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin promoviert. Ihre Arbeit verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft". Giffey untersuchte dabei auch die Lage im Berliner Bezirk Neukölln, wo sie später Bezirksbürgermeisterin war.

Giffey kann Doktortitel behalten - Universität rügt Ministerin
Barbara Kostolnik, ARD Berlin
30.10.2019 20:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Oktober 2019 um 23:34 Uhr.

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