Eine Kellnerin nimmt eine Bestellung einem Café auf.

Bericht des Gesundheitsministeriums Maßnahmen auch für die vierte Welle

Stand: 03.08.2021 18:27 Uhr

Die Corona-Neuinfektionen steigen weiter an, die Menschen werden wieder unvorsichtiger - deshalb blickt das Gesundheitsministerium mit Sorge auf den Herbst und Winter. Weitere Schutzmaßnahmen seien nötig, heißt es.

Eine neue große Infektionswelle in den nächsten Monaten kommt, glaubt das Bundesgesundheitsministerium. Und um die Welle einzudämmen, seien weitere Corona-Vorgaben erforderlich. Mit Blick auf Herbst und Winter brauche es weiterhin Schutzmaßnahmen, "um das Gesundheitswesen vor einer übermäßigen Belastung und die Personengruppen, die noch nicht geimpft werden können, vor einer möglichen folgenreichen Erkrankung zu schützen", heißt es in einem Bericht des Ministeriums, der den Ländern und dem Bundestag zugesandt wurde. Er liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

Moderatere Maßnahmen als im letzten Jahr

Allerdings könnten die Schutzmaßnahmen aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagne moderater ausfallen als im letzten Herbst und Winter. "Ein so einschneidender Lockdown wie in der zweiten und dritten Welle wird aller Voraussicht nach nicht notwendig sein", steht in dem Bericht.

Konkrete Maßnahmen seien eine hohe Impfquote und "durchgängig und inzidenzunabhängig" das weitere Einhalten von Basis-Maßnahmen wie Abstand, Hygiene und Maskentragen. Und zwar überall dort, wo in geschlossenen Räumen viele Menschen zusammentreffen, bei denen der Impfstatus nicht bekannt ist, oder unter denen besonders verletzliche Personen sein könnten.

Die Notwendigkeit zum verpflichtenden Tragen einer medizinischen Schutzmaske ergebe sich somit bis ins Frühjahr 2022 - insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Einzelhandel - "für alle, auch für Geimpfte und Genesene".

Geimpft, genesen oder getestet

Mit Blick auf Schutzmaßnahmen erläutert das Ministerium, Impfen und Testen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hoher und damit infektiöser Viruslast einen Raum betreten. "Daher sollte unabhängig von der Inzidenz ab Anfang/Mitte September 2021 die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) möglich sein."

Genannt werden Innengastronomie, Hotelübernachtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sport und Veranstaltungen drinnen, Großveranstaltungen drinnen und draußen.

Für Ungeimpfte weitere Einschränkungen

Insbesondere für Ungeimpfte könnten - abhängig von der Impfquote, der Inzidenz nach Altersgruppen und der Rate schwerer Klinikfälle nach Altersgruppen - ab bestimmten Grenzwerten erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden, heißt es weiter.

Dazu zählten insbesondere Kontaktbeschränkungen sowie die Begrenzung der Teilnahme oder der Ausschluss von der Teilnahme nicht geimpfter Personen an Veranstaltungen und in der Gastronomie.

"Wie hoch wird diese vierte Welle ?"

Das Gesundheitsministerium erläutert weiter: "Eine vierte Welle kündigt sich an - wenn auch noch (!) auf niedrigem Niveau. Neben dem verstärkten Eintrag von Infektionen durch Reiserückkehrer nähert sich das Kontaktverhalten der Bevölkerung dem Verhalten der Zeiten vor der Pandemie aktuell schrittweise wieder an." Im Herbst und Winter träten zudem saisonal verstärkende Effekte des Virus wieder auf. "Die entscheidende Frage ist also: Wie hoch wird diese vierte Welle? Das entscheidet sich jetzt."

Über den Umgang mit steigenden Infektionszahlen wollen auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder am 10. August beraten, das hat die Bundesregierung angekündigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2021 um 12:00 Uhr.