Gesundheitsapp Vivy auf Smartphone | Bildquelle: dpa

Gesundheits-App startet Wenn "Vivy" ans Impfen erinnert

Stand: 17.09.2018 09:48 Uhr

Wann steht die nächste Impfung an, wann die nächste Vorsorgeuntersuchung? Millionen Krankenversicherte sollen von heute an ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten können.

Geht man zu einem neuen Arzt, hat der oft keine Einsicht in die Befunde. Eine neue Handy-App soll dies ändern. Von heute an sollen Versicherte ihre Gesundheitsdaten über die App "Vivy" abrufen können. In dieser digitalen Akte können zum Beispiel Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden. Dahinter stehen 13 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen mit 13,5 Millionen Versicherten. Das Angebot soll kostenlos sein.

Bündelung von vielen Infos

Die App erinnert zum Beispiel an Impftermine und Vorsorgeuntersuchungen. Ein Medikamentencheck soll mögliche Wechselwirkungen anzeigen, nachdem man den Code auf der Packung oder dem Medikationsplan eingescannt hat. Auch Überweisungen oder der Mutterpass könnten in der App gebündelt, Fitnesstracker mit ihr gekoppelt werden.

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Gesundheits-App speichert auch Röntgenbilder.

Die an der App "Vivy" beteiligten Versicherungen wollen ihre Kunden von heute an informieren. An den Start gehen die Allianz Private Krankenversicherung und die Barmenia. Auf Seiten der gesetzlichen Kassen starten außer der DAK-Gesundheit die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie mehrere Betriebskrankenkassen. ""Vivy" wird im Praxisalltag vieles einfacher machen, Doppeluntersuchungen vermeiden helfen und mehr Transparenz für Behandler und Patienten schaffen", so der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Verantwortliche: "Daten sind sicher"

Die Daten der Nutzer seien sicher. Nur die Patienten würden über deren Verwendung entscheiden, betonen die Verantwortlichen. Die Versicherer, der beteiligte IT-Dienstleister Bitmarck oder die Vivy GmbH hätten keinen Zugriff darauf. Bei jeder Datenübertragung gebe es mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine Verschlüsselung, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Es sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen.

Mehr als zwei Drittel kennen Impftermin nicht

Zum Start haben die Unternehmen den möglichen Bedarf mit einer Umfrage ermittelt. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger - 69 Prozent - wissen laut der Forsa-Erhebung nicht, wann ihr nächster Impftermin ist. 43 Prozent kennen die für sie empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nicht. Jeder vierte Befragte hat bereits Mehrfachuntersuchungen erlebt, weil Ergebnisse aus anderen Praxen und Kliniken nicht vorlagen. Ein Fünftel der Deutschen wurde deshalb sogar mehrfach geröntgt. Jeder Dritte geht zwischen drei und zehn Mal im Jahr zum Facharzt, 44 Prozent gehen ebenso oft zum Hausarzt.

Die Kassen preschen mit ihren Angeboten vor. Gesundheitsminister Jens Spahn will, dass gesetzlich Versicherte spätestens ab 2021 generell auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können.

Elektronische Gesundheitsakten

Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten bereits die AOK und die Techniker Krankenkasse vorgestellt. TK-Chef Jens Baas sprach bei der Vorstellung von "TK-Safe" im April von einer "Revolution": Daten würden zu neuen hilfreichen Informationen zusammengeführt. Mittlerweile nutzten dies mehr als 30.000 Versicherte, so Baas. "Wir befinden uns derzeit im erweiterten Testbetrieb, da man mit Patientendaten keine Schnellschüsse machen darf." Die Resonanz sei positiv, jeden Tag kämen 500 neue Nutzer hinzu. Die Testphase sei auf 100.000 Benutzer ausgelegt.

Die AOK will ihr Gesundheitsnetzwerk nach Pilotprojekten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bis Anfang 2019 in den anderen Ländern starten. Je nach regionalen Gegebenheiten soll es unterschiedliche Anwendungen geben.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Radio am 17. September 2018 um 07:00 Uhr.

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