Menschen in der Frankfurter Innenstadt. | picture alliance/dpa

84,3 Millionen Menschen in Deutschland Zuwanderung führt zu Rekordbevölkerung

Stand: 19.01.2023 10:47 Uhr

Noch nie lebten am Ende eines Jahres so viele Menschen in Deutschland. Eine starke Zuwanderung hat Ende 2022 die Bevölkerung auf mehr als 84 Millionen wachsen lassen. Dazu haben auch die Ukraine-Flüchtlinge beigetragen.

In Deutschland lebten am Ende des Jahres 2022 nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mindestens 84,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Dies sind so viele wie noch nie am Ende eines Jahres. Das hat den Angaben zufolge eine Schätzung ergeben.

Gegenüber dem Jahresende 2021 nahm die Bevölkerungszahl um 1,1 Millionen zu, wie die Behörde mitteilte. Ursache des starken Wachstums sei eine Nettozuwanderung auf Rekordniveau, unter anderem durch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Neben der starken Zuwanderung der Ukraine-Flüchtlinge habe auch die Zuwanderung von Menschen anderer Nationalitäten deutlich zugenommen.

Nach der aktuellen Schätzung kamen 1,42 bis 1,45 Millionen Menschen mehr nach Deutschland, als ins Ausland fortzogen. Damit war die Nettozuwanderung 2022 mehr als viermal so hoch wie im Vorjahr (329.163) und so hoch wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe 1950.

Weniger Geburten, mehr Todesfälle

Zugleich sei die Geburtenzahl zurückgegangen und die Zahl der Sterbefälle gestiegen. Das habe sich dämpfend auf das Bevölkerungswachstum ausgewirkt, erklärten die Fachleute.

Die Zahl der Geburten sei 2022 ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter um etwa sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liege schätzungsweise zwischen 735.000 und 745.000 (2021: 795.492). Die Zahl der Gestorbenen sei dagegen um rund vier Prozent auf etwa 1,06 Millionen gestiegen (2021: 1,02 Millionen).

Seit drei Jahrzehnten Bevölkerungswachstum

In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Vereinigung war die Bevölkerung Deutschlands nach Angaben des Statistischen Bundesamtes überwiegend gewachsen. Ausnahmen hätten lediglich die Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010 gebildet.

Das Bevölkerungswachstum habe sich stets ausschließlich dadurch ergeben, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert waren. "Ohne Nettozuwanderung wäre die Bevölkerung bereits seit 1972 geschrumpft, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden", teilte Destatis mit.

Die Angaben bilden einen vorläufigen Stand der Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2022 ab. Die endgültigen Ergebnisse werden nach Destatis-Angaben im Sommer 2023 veröffentlicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Januar 2023 um 11:00 Uhr.