Besucher gehen am Strand von El Arenal auf Mallorca spazieren. | dpa

Corona-Regeln Hoffen auf den Osterurlaub

Stand: 08.03.2021 16:27 Uhr

Osterurlaub trotz Corona-Pandemie? Die TUI zumindest plant für die Feiertage den Saison-Start auf Mallorca. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther rechnet für sein Bundesland mit einer Öffnung der Hotels.

Die Debatte um Urlaubsreisen zu Ostern geht weiter. Der Reiseveranstalter TUI setzt in den bevorstehenden Ferien auf einen Wiederanlauf des wichtigen Mallorca-Geschäfts. "Die Hotellerie hat sich intensiv vorbereitet, sicheren und verantwortungsvollen Urlaub anzubieten", sagte TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak vor dem Start der Online-Ausgabe der Reisemesse ITB.

Entsprechende Hygienekonzepte gäben Zuversicht, die Abstimmung mit den Behörden sei eng. Daher wolle man den Kunden "Osterurlaub auf Mallorca ermöglichen", so der Manager. Zuletzt wurde Spanien vom Robert Koch-Institut noch als normales Risikogebiet eingestuft - also als Land ohne außergewöhnlich hohe Corona-Neuansteckungen.

Gespräche hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen laufen bereits seit Längerem Gespräche über eine stärkere Wiederöffnung der Insel, auch Interessenvertreter außerhalb des Tourismus machen Druck auf die spanische und deutsche Politik.

Reisen zu den übrigen Balearen-Inseln Ibiza, Menorca und Formentera sowie in den Großteil Festland-Spaniens sagte der Reisekonzern aber vorerst noch bis Mitte April ab.

Schleswig-Holstein stellt Öffnung in Aussicht

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther stellte eine Wiederbelebung des Tourismus in Aussicht. Er rechnet mit einer Öffnung der Hotels in seinem Bundesland. "Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen", sagte er der "Rheinischen Post".

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther  | dpa

Günther hofft auf offene Hotels zu Ostern in Schleswig-Holstein. Bild: dpa

"Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können - unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativ-Tests und einer Nachverfolgung über Apps." Schleswig-Holstein verzeichnet in einigen Regionen im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ niedrige Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz.

Tourismusbeauftragter hofft auf Öffnungen

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, hatte bereits in der vergangenen Woche auf Öffnungsschritte für Gastronomie und Tourismusbranche nach der nächsten Bund-Länder-Konferenz gehofft. "Ich bin jetzt ein Stück weit optimistisch, weil wir in den nächsten Tagen Schritt für Schritt öffnen", sagte er am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Er habe die große Hoffnung, dass nach der nächsten Schalte am 22. März auch die Gastronomie und Hotels geöffnet werden könnten.

Griechenland setzt auf den Mai

Griechenland rechnet erst für einen späteren Zeitpunkt mit einer Öffnung und will im Mai die Tourismusbranche von Restriktionen befreien.

Die Entscheidung hänge allerdings von den epidemiologischen Daten ab, sagte Regierungssprecherin Aristotelia Peloni vor Journalisten. Zunächst sei geplant, noch in diesem Monat die Beschränkungen im Einzelhandel aufzuheben und die Schulen wieder zu öffnen. Mit dem erwarteten Fortschritt bei den Impfungen könne ab Mai der Tourismus wieder hochgefahren werden. Dieser macht etwa ein Fünftel der griechischen Wirtschaftsleistung aus.

Von der Entwicklung des Tourismus hängt ab, wie stark sich Griechenland von der Rezession 2020 erholen wird. Das Land hat sich gerade erst aus der jahrelangen Schuldenkrise befreit, als Corona für einen erneuten Rückschlag sorgte.

Weltweit jedes dritte Reiseziel geschlossen

Die Zunahme von Corona-Infektionen aufgrund von Virusmutationen hat den weltweiten Tourismus wieder stärker zum Erliegen gebracht. Die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) teilte mit, dass Anfang Februar fast jedes dritte Reiseland (32 Prozent) seine Grenzen für internationale Touristen vollständig schloss. Anfang Februar traf dies demnach auf 69 von 217 Reisezielen zu - davon 30 in Asien und im Pazifik, 15 in Europa und elf in Afrika.

Gegenüber Mai 2020, als weltweit drei Viertel (75 Prozent) aller Reiseziele die Grenzen für internationale Touristen dicht gemacht hatten, ist das zwar ein Rückgang. Allerdings verzeichnete die UNWTO gegenüber November wieder einen Anstieg: Damals waren nur 27 Prozent der Reiseziele für internationale Touristen geschlossen.

Als Grund für die Zunahme führte die UNWTO das Aufkommen neuer Virusvarianten sowie die "anhaltende Ernsthaftigkeit" der epidemiologischen Lage an. Zugleich erklärte die Organisation, dass es derzeit einen Trend hin zu einem zunehmend differenzierten Ansatz bei den Reisebeschränkungen gebe, wie etwa einen negativen Corona-Test bei Ankunft als Voraussetzung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. März 2021 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.