Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) | via REUTERS

Besuch in Impfzentrum Spahn erwartet mehr Tempo

Stand: 05.04.2021 12:51 Uhr

Gesundheitsminister Spahn baut auf ein anziehendes Tempo beim Impfen: Bis Anfang Mai könnte ein Fünftel aller Deutschen die Erstimpfung bekommen haben. Gleichzeitig warnte Spahn vor der dritten Welle.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt darauf, dass das Impftempo im April deutlich anzieht und binnen eines Monats noch einmal genauso viele Menschen ihre Erstimpfung erhalten wie in den ersten drei Monaten des Jahres. "Bis Anfang Mai werden 20 Prozent der Deutschen geimpft sein können", sagte der CDU-Politiker beim Besuch des Berliner Impfzentrums Messe. Das erste Quartal sei benötigt worden, um etwa zehn Prozent der Bevölkerung gegen SARS-CoV2 zu immunisieren. "Wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können angesichts der zu erwartenden Lieferungen." Die Impfgeschwindigkeit werde im zweiten Vierteljahr immer weiter zulegen.

"Die dritte Welle wächst"

Spahn warnte gleichzeitig, dass die Ansteckungsgefahr anhaltend hoch sei. "Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst", sagte er und verwies auf Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA: Diese Beispiele zeigten, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien. Die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen nannte Spahn angesichts steigender Auslastungszahlen besorgniserregend. "Wir müssen diese dritte Welle miteinander brechen und Kontakte reduzieren", sagte er. "Vor allem im privaten Bereich, in den Schulen, auf der Arbeit, wo es eben geht." Corona verlangt den Menschen nach Spahns Darstellung viel ab: "Der Weg ist noch beschwerlich."

Bundesgesundheitsminister Spahn beim Besuch in einem Impfzentrum | AFP

Bundesgesundheitsminister Spahn (M.): Zehn Prozent in einem Monat? Bild: AFP

Der Minister rief die Bundesländer dazu auf, "dort, wo eine Inzidenz von über 100 ist, die vereinbarte Notbremse konsequent umzusetzen, um die Zahlen runter zu bringen". Zu Forderungen aus der CSU nach bundeseinheitlichen Regeln sagte Spahn, Ziel müsse sein, diese Welle zu brechen. "Idealerweise gibt es ein bundeseinheitliches Vorgehen." Der Mechanismus der Notbremse sei gemeinsam vereinbart. Danach müssten Landkreise, Regionen, Länder bei einer Inzidenz von mehr als 100 zusätzliche Beschränkungen regeln und Öffnungen zurücknehmen. "Deswegen ist nicht der Weg entscheidend, über den gerade so viel geredet wird. Ich finde viel entscheidender, dass es passiert, dass die Notbremse konsequent angewandt wird und dass wir diese Welle zügig besser früher als später brechen."

AHA+L-Regeln gelten weiter für alle

Spahn wiederholte seine Forderung nach Erleichterungen für vollständig Geimpfte. Es gehe darum, sie so behandeln zu können wie negativ Getestete. Der Minister stellte gleichzeitig klar, dass für sie alle die AHA+L-Regeln weiterhin notwendig seien. "Niemand hat mehr oder weniger Möglichkeiten als jemand anders, solange klargestellt ist, dass das Infektionsrisiko reduziert ist durch Testung oder Impfungen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. April 2021 um 14:00 Uhr.