Jens Spahn | dpa

Corona-Beschränkungen Spahn macht wenig Hoffnung für Februar

Stand: 13.01.2021 11:21 Uhr

Der Lockdown ist gerade in die Verlängerung bis Ende Januar gegangen - doch damit ist es dem Bundesgesundheitsminister zufolge nicht getan: Er rechnet mit Einschränkungen auch im Februar. Die Opposition fordert eine Perspektive.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Verlängerung des Lockdowns im Februar für notwendig. "Wir werden noch Beschränkungen brauchen", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Es werde am 1. Februar nicht möglich sein, alle Maßnahmen zu lockern.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass das ein harter und schwieriger Winter werde, sagte Spahn. Virus-Mutationen wie in Großbritannien seien eine zusätzliche Herauforderung. Für die nächsten Wochen heiße das, weiter Kontakte reduzieren. "Das geht jetzt tatsächlich noch zwei, drei Monate, und dann wird das Impfen Zug um Zug einen echten Unterschied machen."

Dem Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, eine Impfpflicht für Pflegekräfte einzuführen, erteilte Spahn eine Absage. In Bezug auf die Virus-Mutationen kündigte der Gesundheitsminister weitere Sicherheitsmaßnahmen an, die das Kabinett inzwischen verabschiedet hat: Es wurden zusätzliche Einreisebeschränkungen und Testungen beschlossen. Darüber hinaus wird Spahn zufolge in dieser Woche verordnet, dass viel mehr untersucht wird, inwieweit Mutationen vorkommen.

Opposition fordert Stellungnahme

Linkspartei und FDP forderten von der Bundesregierung eine klare Perspektive bei den Corona-Regeln. "Wir erwarten einen Stufenplan: Wie kommen wir raus aus dieser Situation", sagte FDP-Chef Christian Lindner im Doppelinterview mit Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch bei RTL und ntv. Bartsch erklärte, insbesondere für Eltern, die aktuell doppelt belastet seien, müsse es eine Perspektive geben.

Auch zur Impfstoffbeschaffung müsse die Regierung Stellung nehmen. "Offensichtlich sind die Bestellungen - und ich bin sehr für eine europäische Beschaffung - nicht so gemacht worden, wie es möglich gewesen wäre. Das muss aufgeklärt werden", sagte Bartsch.

RKI: 19.600 neue Fälle binnen 24 Stunden

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt weiter auf einem hohen Niveau: Das Robert Koch-Institut meldete 19.600 neue Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland. Das sind rund 1600 weniger als am Mittwoch vor einer Woche. Allerdings sind die Zahlen derzeit nur bedingt vergleichbar, weil es rund um den Jahreswechsel laut RKI zu Verzögerungen bei den Tests und den Datenübermittlungen gekommen sein dürfte.

Binnen 24 Stunden wurden zudem 1060 weitere Todesfälle gemeldet, die in Verbindung mit Corona stehen, wie das RKI weiter mitteilte. Der Höchststand von 1188 Todesfällen war am Freitag gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Fälle pro 100.000 Einwohner - fiel auf 155 von zuletzt 164. Insgesamt sind nun mehr als 1,953 Millionen Ansteckungen bestätigt und 42.637 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert. Als genesen gelten mehr als 1,596 Millionen Menschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2021 um 12:00 Uhr.