Eine Schutzmaske liegt auf einer Federtasche in einer Schule. | dpa

Ferienende im Norden Schulstart mit Masken und Tests

Stand: 02.08.2021 08:54 Uhr

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern startet das neue Schuljahr - die Corona-Regeln bleiben jedoch erst einmal die alten. Der Deutsche Lehrerverband sieht die Schulen ähnlich schlecht gewappnet wie vor einem Jahr.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, ist unzufrieden mit den Vorbereitungen auf das neue Schuljahr. Im ARD-Morgenmagazin erklärte er, man stehe ehrlicherweise nicht viel besser da als im vergangenen Jahr. "Wenn wir uns die Luftfilter anschauen, dann stehen wir da nicht so gut da, wie wir stehen könnten. Das Bundesprogramm kam ja viel zu spät - erst im Juli." Hier habe man viel Zeit liegen gelassen, sagte Meidinger. Ein solches Programm könne nicht innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Besser sehe es aber bei den Schnelltests aus.

Ein anderes Problem ergebe sich bei dem milliardenschweren Bundesprogramm für Aufholförderung. Es gebe derzeit in einigen Regionen nicht genügend Personal, um den Kindern den versäumten Unterrichtsstoff zu vermitteln, sagte Meidinger. "Da haben wir noch keinen genauen Überblick", erklärte er.

Dennoch müsse man mit Optimismus ins neue Schuljahr gehen. Noch seien die Inzidenzzahlen niedrig und vollständiger Präsenzunterricht möglich. Allerdings könne man hier keine Garantie geben, dass es nicht doch wieder Wechselunterricht geben werde.



Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn

Bereits heute starten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als erste Bundesländer in das neue Schuljahr. Hamburg folgt am Donnerstag. In Schleswig-Holstein müssen alle Schüler in den Innenräumen in den ersten drei Wochen des Schuljahres Masken tragen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich zweimal pro Woche selbst testen. Das gilt für Schüler ebenso wie für alle Beschäftigten.

Auf den Schulhöfen müssen die Mädchen und Jungen keine Masken mehr anlegen. Sie dürfen sich im neuen Schuljahr auch draußen wieder in beliebigen Gruppen aufhalten - die "Kohortenregelung" fällt weg.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt in den ersten beiden Schulwochen Maskenpflicht im Unterricht. Außerdem müssen die Schüler und die ungeimpften Lehrer zweimal pro Woche einen Corona-Test machen. In der zweiten Schulwoche soll es Impfangebote für die Jugendlichen ab 16 Jahren in der Schule geben, in der ersten Woche soll der Bedarf dafür abgefragt werden.

Ministerien optimistisch

Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien sind die Startchancen für das neue Schuljahr deutlich besser als 2020. Hintergrund sind besonders die Fortschritte beim Impfen. Auch bei der Digitalisierung an den Schulen sei man deutlich vorangekommen, sagte die CDU-Politikerin. Impfaktionen an Schulen für Schüler ab zwölf Jahren und für Beschäftigte sollen am 19. August beginnen.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin hatte angekündigt, die Schulen auch bei hohen Inzidenzzahlen nicht präventiv flächendeckend schließen zu wollen. Die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte sollen Entscheidungen unter Beachtung der regionalen Infektionszahlen sowie der Krankenhauseinweisungen und Intensivpatienten treffen. Mecklenburg-Vorpommern hat bislang eine der niedrigsten Corona-Inzidenzen bundesweit, sie steigt allerdings.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin um 06:10 Uhr und die tagesschau am 02. August 2021 um 09:00 Uhr.