Japankäfer | dpa

Sorge vor Schädlingsbefall Erstmals Japankäfer gefangen

Stand: 23.11.2021 19:14 Uhr

Popillia japonica ist nur rund einen Zentimeter lang, kann aber enorme Schäden in der Landwirtschaft anrichten. Darum ist der hübsche Japankäfer kein beliebter Gast - in Baden-Württemberg wurde nun einer gefangen.

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Japankäfer gefangen worden. Das männliche Tier wurde Anfang November in einer sogenannten Pheromonfalle in der Nähe des Freiburger Güterbahnhofs entdeckt.

Nach Angaben des Freiburger Regierungspräsidiums war es bereits tot. Es müsse aber gelebt haben, um in die Falle zu gelangen.

Appetit auf Obstbäume, Mais und Weinreben

Für die Landwirtschaft ist der Fund des hübschen Käfers eine schlechte Nachricht. Denn Japankäfer (Popillia japonica) können nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg starke Fraßschäden vor allem an Obstbäumen, Erdbeeren, Bohnen, Mais, Wein, Rosen und vielen anderen Strauch- und Baumarten anrichten. Die Engerlinge - also die Larven - wiederum ernährten sich überwiegend von Graswurzeln und könnten in Massen ganze Rasen, Wiesen und Weiden zerstören.

Der amtliche Pflanzenschutzdienst werde mit Beginn der Flugzeit im Mai kommenden Jahres den Fundort und weitere Risikostandorte wie Güterbahnhöfe und Parkplätze von Lastwagen stärker überwachen, kündigte der Sprecher des Regierungspräsidiums an.

Ein Zentimenter lang, auffälliger Halsschild

Mitte Juli war in der Nähe des Baseler Güterbahnhofs ein männlicher Käfer in eine Pheromonfalle geraten. Deutsche Experten hatten daraufhin die Öffentlichkeit aufgerufen, wachsam zu sein. Bürgerinnen und Bürgern meldeten dem LTZ in Karlsruhe Hunderte Verdachtsfälle. Häufig habe es sich um andere Tiere gehandelt, aber auch ein totes Exemplar des Japankäfers in Baden-Württemberg war dabei.

Erwachsene Japankäfer sind den LTZ-Angaben zufolge rund einen Zentimeter groß und sehen so ähnlich aus wie heimische Gartenlaub-, Mai- oder Junikäfer. Der Japankäfer aber habe fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei am Ende des Körpers. Der Halsschild schimmere auffällig grün-metallisch.

Ein "prioritärer Unionsquarantäneschädling"

Von der Europäischen Union wird Popillia japonica als "prioritärer Unionsquarantäneschädling" eingestuft. Der Japankäfer befällt mehr als 300 Pflanzen.

Der Käfer stammt ursprünglich aus Nordchina und Japan und wurde nach Nordamerika und Europa eingeschleppt. In der EU tauchte er bislang auf den Azoren und im Raum Mailand auf. In Italien wird er seit 2014 beobachtet. Es wird vermutet, dass der Japankäfer über den Lkw-Warenverkehr aus Italien nach Freiburg gelangt ist.

Um die Ausbreitung zu verhindern, müsste der Pflanzentransport eingeschränkt und engmaschige Netze verwendet werden. Zudem könnten Insektizide eine Ausbreitung eindämmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2021 um 23:59 Uhr.