Eine Schwangere wird geimpft. | imago images/AFLO

Frauenärzte raten zur Impfung Schwangere sollten sich gegen Grippe schützen

Stand: 18.10.2021 10:10 Uhr

Besonders Schutzbedürftige sollten sich in diesem Jahr gegen Grippe impfen lassen - das gilt auch für Schwangere. Der Berufsverband der Frauenärzte rät Patientinnen zu dem Piks, denn es werde wieder mehr Grippekranke geben.

Im vergangenen Jahr fiel die Grippewelle wegen der Corona-Pandemie aus. In diesem Jahr ist wieder mit mehr Erkrankungen zu rechnen. Besonders Schutzbedürfte wie Schwangere sollten sich deshalb gegen Influenza impfen lassen, empfehlen Frauenärztinnen und -ärzte.

Bei schweren fieberhaften Infektionen steige generell die Gefahr für frühzeitige Wehen und eine Frühgeburt, sagte Cornelia Hösemann vom Berufsverband der Frauenärzte der Nachrichtenagentur dpa. "Eine echte Influenza in der Schwangerschaft kann lebensbedrohlich sein." Der Berufsverband spricht auch von möglichen stärkeren Fieberattacken und heftigeren Lungenentzündungen durch das Grippevirus sowie von Einweisungen ins Krankenhaus und auf die Intensivstation.

In ihrer Praxis in Großpösna bei Leipzig werde seit Ende September gegen Grippe geimpft, so Hösemann. Teils bekämen Schwangere gleichzeitig auch den Piks gegen Covid-19, wenn sie diesen nicht schon früher erhalten hatten.

Immunsystem ist nicht mehr im Training

Das Immunsystem der Menschen müsse nach den Corona-Beschränkungen des vergangenen Winters erst wieder trainiert werden. Bei Schwangeren sei es ohnehin gedrosselt, da es sich sonst gegen das ungeborene Kind richten würde. Auch deshalb sollten manche Impfungen unbedingt gemacht werden. Mit Blick auf die 2G- oder 3G-Regelungen sagte die Medizinerin, da damit die Pflicht zum Tragen der Maske wegfalle, kämen Tröpfcheninfektionen generell wieder mehr vor. Schwangere könnten sich durchaus überlegen, ob sie zum eigenen Schutz unabhängig von geltenden Vorgaben einen Mund-Nase-Schutz tragen möchten.

Bei Impfungen gehe es um den Schutz von Mutter und Kind, betonte Hösemann: Über den Mutterkuchen würden Antikörper weitergegeben, so dass das Baby auch im ersten halben Jahr nach der Entbindung über den sogenannten Nestschutz verfügt. Auch das Stillen trägt dazu bei.

Gegen Grippe und Covid-19 geimpft wird in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel - eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Hösemann sagte. In Risikoschwangerschaften, etwa wenn die Schwangere Diabetes hat oder stark übergewichtig ist, sei der Piks auch im ersten Trimester möglich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Oktober 2021 um 13:00 Uhr.